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Strategie bei Ford : Ohne klaren Plan für die Zukunft

Protest gegen die Entscheidung des Ford-Konzerns: Ford-Mitarbeiter in Saarlouis Bild: Imago

Ford hat keinen Plan mehr für Saarlouis. Nun ist die Schließung des Werkes in der Diskussion. Dem amerikanischen Autokonzern machen die sinkende Absätze in Europa zu schaffen.

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          Die Diskussion um eine weitere Werkschließung von Ford, die­ses Mal am deutschen Standort Saarlouis, ist Ausdruck von Unsicherheit über die Zu­kunftsstrategie des amerikanischen Au­to­konzerns in Europa. Die bisherige Strategie hat sich schon vor der Umstellung des Automarkts in Richtung Elektroantrieb als wenig erfolgreich erwiesen, ein neuer umfassender Plan ist aber noch nicht richtig sichtbar. Ford hat in Europa einen Rückgang des Absatzes um fast die Hälfte hinnehmen müssen. 2019 wurden noch 965.000 Ford zugelassen, 2021 aber nur 524.000.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zudem hat sich längst gezeigt, dass Ford an den verkauften Autos nur wenig verdient. Das scheint auch klar beim Blick auf die Modellpalette: Die beginnt derzeit mit dem in Köln gebauten Kleinwagen Fiesta für wenig mehr als 18.000 Euro und dem aus Saarlouis kommenden Kompaktmodell Focus für 23.000 Euro. Die beiden waren lange Zeit wichtig in der Modellpalette und wurden daher in Deutschland gebaut. Doch solche Brot-und-Butter-Autos verkauften sich lange Zeit nur über den Preis, zu verdienen war eigentlich nichts damit. Ausgerechnet die Modelle, die im Moment mehr im Blickpunkt des Kundeninteresses stehen und auch deshalb mehr kosten, der sportliche Crossover Puma und der SUV Kuga, werden nicht in Deutschland, sondern in Rumänien und Spanien gebaut. Im besonders gefragten Segment der kleinen SUV wiederum hat Ford kein auf Europa zugeschnittenes Modell zu bieten, sondern den ursprünglich für Bra­silien konzipierten kleinen SUV mit Na­men Ecosport, der in Europa auch nicht in die Hitliste der beliebtesten kleinen SUV aufstieg.

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