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F.A.Z. exklusiv : Fondsriese Blackrock wirbt für Fusionen europäischer Großbanken

  • Aktualisiert am

Philipp Hildebrand, Vice Chairman von Blackrock, wirbt in einem Gespräch für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von Großbanken Bild: dpa

Philipp Hildebrand vom Finanzgiganten Blackrock, der auch größter Aktionär der Deutschen Bank ist, rechnet mit der europäischen Bankenbranche ab.

          Der amerikanische Fondsriese Blackrock, der auch größter Aktionär der Deutschen Bank ist, rechnet mit der europäischen Bankenbranche ab. Zugleich wirbt Philipp Hildebrand, der Vice Chairman von Blackrock, in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von Großbanken. „Europas Banken haben in einem großen Ausmaß versagt“, sagte Hildebrand der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Mittwochausgabe).  Die langfristige Erfolgsbilanz der Institute sei „schockierend“ schlecht. „Es ist frustrierend, dass sich in einer Reihe großer europäischer Banken, trotz aller Rhetorik, noch immer nicht klar genug die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass eine radikale Neuorientierung des Geschäftsmodells notwendig ist“, sagte der Blackrock-Vize. Deshalb seien Anleger „derzeit kaum bereit, aktiv in europäische Bankaktien zu investieren.“ Blackrock selbst sei in diesen Papieren überwiegend ein passiver Investor und kaufe vor allem dann europäische Bankaktien, wenn dies im Rahmen von Indexfonds unvermeidlich sei.
           


          Einen möglichen Schulterschluss zwischen Deutscher Bank und Commerzbank, über den in den vergangenen Wochen spekuliert wurde, sieht der Blackrock-Spitzenmanager skeptisch. „Wenn wir über einen Konsolidierungsbedarf sprechen, dann sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun“, sagte Hildebrand der F.A.Z. Der europäische Bankenmarkt sei insgesamt überbesetzt, deshalb müssten auch grenzüberschreitende Fusionen großer Institute möglich sein. Hildebrand sieht dabei die Politik am Zug: „Wenn ich mit Vorstandschefs europäischer Banken spreche, dann merke ich, dass Unsicherheit herrscht. Es fehlt eine klare Antwort der Politik auf die Frage, ob ein gesamteuropäisches Bankenmodell erwünscht ist.“
           
          Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU ist aus Sicht des Blackrock-Managers eine Chance für den Finanzplatz Frankfurt. „Frankfurt ist, was die kritische Masse angeht, sicherlich gut positioniert“, sagte Hildebrand. Für London, das bislang führende europäische Finanzzentrum, wäre die klare Trennung Großbritanniens von der EU dagegen ein Rückschlag: „Die Nachteile für London würden klar überwiegen. Es ist unrealistisch, anzunehmen, dass grundsätzliche Aktivitäten, wie etwa Abwicklungsgeschäfte, das sogenannte Clearing, außerhalb der EU stattfinden können“, sagte Hildebrand.


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