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Volkswirt rechnet vor : Staat drohen Kosten von bis zu 1,5 Billionen Euro durch Corona-Krise

Gähnende Leere am Sonntagmorgen auf dem Ruhrschnellweg A40 in Richtung Essen Bild: dpa

Deutschland stehe vor der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, so David Folkerts-Landau. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank hält das Land aber für finanziell gut aufgestellt.

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          Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, rechnet damit, dass die Corona-Krise für den deutschen Staat womöglich zu extrem hohen Kosten führt. Insgesamt könnten sich die Belastungen für die Staatskasse auf 1 bis 1,5 Billionen Euro summieren, sagte Folkerts-Landau der F.A.S.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sollte er damit recht behalten, wären die Kosten ähnlich groß wie die der deutschen Wiedervereinigung. „Aber dieses Geld wäre gut angelegt, denn dadurch würde ein sehr viel größerer Schaden verhindert“, sagte der oberste Ökonom der Deutschen Bank. Das Land könne sich einen solchen Kraftakt finanziell leisten. Allein deutsche Großunternehmen wie etwa Dax-Konzerne müssten möglicherweise mit staatlichen Kapitalhilfen von zusammen rund einer halben Billion Euro gestützt werden, kalkuliert er. 

          Die wirtschaftliche Lage hält Folkerts-Landau für dramatisch: Deutschland stehe vor der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Falls es, wie befürchtet, vorübergehend zu umfassenden Betriebsstilllegungen („Shutdowns“) komme, sei für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 8 bis 10 Prozent zu rechnen. Der Einbruch wäre damit rund doppelt so stark wie 2009 nach der Weltfinanzkrise, der bislang tiefsten Rezession der Nachkriegszeit. Sollte die Zahl der Corona-Neuinfektionen erst im Herbst ihren Höhepunkt erreichen, könnten auch staatliche Preiskontrollen und eine Einschränkung der freien Lohnbildung nötig werden, sagte er: „Dann könnten wir eine auf breiter Front staatlich geprägte Volkswirtschaft bekommen.“

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