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Folge der Wirbelstürme : Weniger Arbeitsplätze in Amerika

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Daumen hoch: Die meisten Fachleute denken, dass das gerade nur eine Delle auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt ist, und es robust weitergeht. Bild: Reuters

Volkswirte rechneten mit 90.000 neuen Arbeitsplätzen in Amerika im September. Gekommen ist es ganz anders. Und nun?

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          Die Wirbelstürme „Harvey“ und „Irma“ haben dem Aufschwung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt womöglich ein vorläufiges Ende gesetzt: Im September bauten Firmen und Staat erstmals seit sieben Jahren wieder mehr Stellen ab als auf.

          Insgesamt fielen 33.000 Jobs weg, wie die Regierung in Washington an diesem Freitag mitteilte. Besonders im Gastgewerbe und in der Freizeitbranche wurden wetterbedingt zahlreiche Beschäftigungen gestrichen, anderswo hielten sich die Arbeitgeber damit zurück, neue Leute einzustellen.

          Nur eine Delle

          Zuvor befragte Ökonomen hatten im Schnitt hingegen mit immerhin 90.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet, nachdem es im August noch ein Plus von 164.000 gab. Die auf einer Umfrage basierende separat ermittelte Arbeitslosenquote sank im September trotzdem auf 4,2 Prozent; das ist der niedrigste Wert seit dem Februar des Jahres 2001.

          Die Wirbelstürme hatten vor allem in Texas und Florida gewütet. Dem Arbeitsministerium zufolge konnten wegen des schlechten Wetters 1,5 Millionen Beschäftigte ihren Job nicht antreten - so etwas gab es in dieser Größenordnung seit dem Jahr 1996 nicht mehr. Außerdem waren 2,9 Millionen Amerikaner zu Teilzeit gezwungen. Commerzbank-Ökonom Christoph Balz sprach daher von „Sturmschäden am US-Arbeitsmarkt“.

          Fachleute rechnen aber tendenziell damit, dass dies nur eine vorübergehende Delle ist. „Wir werden eine Menge Jobs zurückbekommen“, sagte Ryan Sweet von der Ratingagentur Moody’s. „Und außerdem wird es zu Neueinstellungen kommen, die im Zusammenhang mit den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten stehen und bis Anfang 2018 reichen dürften.“

          Auch an den Finanzmärkten löste der Rückgang keine Panik aus. Der Dollar wertete nach Bekanntgabe der Daten sogar auf, „denn es stand eine andere Zahl des Arbeitsmarktberichtes im Fokus“, wie der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, erklärte. Er verwies auf die Stundenlöhne, die um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen. „Es kommt zu einem gewissen Lohndruck“, sagte Gitzel. „In Anbetracht der guten Verfassung des US-Arbeitsmarktes hätte dies eigentlich schon seit längerem der Fall sein müssen.“

          Die anziehenden Löhne machen Zinserhöhungen durch die Zentralbank Federal Reserve wahrscheinlicher. Führende Währungshüter trieb zuletzt die Sorge um, dass die unerwünscht niedrige Inflation einer Anhebung im Wege steht. Die Fed wartet deshalb auf belastbare Hinweise, dass die Bürger vom Aufschwung profitieren. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1 bis 1,25 Prozent angehoben und will bis zum Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt. Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember jetzt auf 93 Prozent ein. Vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten waren es 83 Prozent.

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