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FMS Wertmanagement : Die "Bad Bank“ der HRE meldet Gewinn

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Die „FMS Wertmanagement“ ist die sogenannte „Bad Bank“ der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate. Bild: dpa

Der Steuerzahler musste  Milliardenbeträge für die Altlasten der Finanzkrise bezahlen. Jetzt kann die „Bad Bank“ der Hypo Real Estate erstmals ein wenig Geld zurücküberweisen. Ob das so bleiben wird, ist ungewiss. Schlechter sieht es bei der West-LB-Nachfolgerin Portigon aus.

          Die „Bad Bank“ der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate stellt sich nach einem Gewinn 2012 auf Gegenwind in den nächsten Jahren ein. Vor allem in Italien gebe es hohe Risiken, sagte der Vorstandschef der Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement, Christian Bluhm, am Dienstag in München. Im vergangenen Jahr verbuchte die Abwicklungsanstalt erstmals einen Gewinn und überweist 17 Millionen Euro an den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. „Es ist nicht nötig, dass bei uns Euros stehen bleiben.“

          Für das laufende Jahr zeigte sich Bluhm aber nur verhalten optimistisch. Ohne Sonderbelastungen sei abermals ein ausgeglichenes Ergebnis möglich. Allerdings gebe es weiterhin hohe Risiken, weil viele der Papiere in der „Bad Bank“ extrem lange Laufzeiten von teilweise mehr als 50 Jahren haben. Zudem ist die Abwicklungsanstalt stark in den Krisenländern Italien und Spanien engagiert, wo hohe Verluste drohen. „Italien ist bei uns mit Abstand das größte Risiko“, sagte Bluhm. Dort stehen Kredite von knapp 30 Milliarden Euro in den Büchern der FMS.

          Ingesamt verwaltete die „Bad Bank“ Ende 2012 Risikopapiere und Kredite im Wert von knapp 137 Milliarden Euro und damit knapp 40 Milliarden weniger als bei ihrer Gründung im Jahr 2010. Aufgabe der Abwicklungsanstalt ist es, das Portfolio möglichst ohne Verluste wieder auf den Markt zu bringen. Ursprünglich sollte die FMS dafür bis zum Jahr 2020 Zeit haben. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist aber unklar.

          Im Jahr 2011 hatten vor allem Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen der FMS einen Verlust von fast zehn Milliarden Euro eingebrockt, der vom Bund ausgeglichen werden musste. 2012 blieb die Abwicklungsanstalt von derartigen Belastungen verschont und profitierte zudem von einem deutlich besseren Zinsergebnis. Von dem Gewinn in Höhe von insgesamt 37 Millionen Euro geht wegen eines Verlustausgleichs für das Vorjahr aber nicht alles an den Bund.

          Die HRE arbeitet seit der Auslagerung ihrer Altlasten wieder profitabel und soll bis zum Jahr 2015 wieder privatisiert werden. Größtes Projekt für die FMS in den kommenden Monaten ist die vollständige Ablösung von der Hypo Real Estate. Die EU-Kommission verlangt, dass die HRE bis Ende September keine Dienstleistungen mehr für die FMS übernimmt. Knapp 200 Mitarbeiter, die sich bislang bei der HRE um die Risikopapiere der FMS gekümmert haben, sollen deshalb in den nächsten Monaten in eine Servicegesellschaft der FMS wechseln.

          West-LB-Überbleibsel Portigon macht hohen Verlust

          Schlechter sieht es bei den Überbleibseln der in der Finanzkrise kollabierten West LB aus. Der Abriss der einstmals größten deutschen Landesbank kostet den Steuerzahler viel Geld. Während die „Bad Bank“ der HRE 2012 erstmals einen Mini-Gewinn schaffte und beim Abbau des riesigen Berges an toxischen Wertpapieren und Krediten gut vorankommt, steckt die West-LB-Nachfolgerin Portigon - die eigentlich nicht als Abwicklungsbank gestartet ist - wegen immenser Pensionslasten tief in den roten Zahlen fest.

          Der Name „Portigon“ an der Zentrale der ehemaligen West LB in Düsseldorf.

          Im vergangenen Jahr lag das Minus bei fast 600 Millionen Euro, 2013 erwartet das Düsseldorfer Institut sogar einen Milliardenverlust. Damit hat die zerschlagene WestLB neben ihrer offiziellen Resterampe Erste Abwicklungsgesellschaft (EAA) gleich noch eine zweite Bad Bank hinterlassen.

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