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Medizintechnik : FMC schließt Asbest-Vergleich

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Im jahrelangen Rechtsstreit in den USA um Asbestlasten hat der Dialysespezialist FMC einen Vergleich geschlossen. Die Aktie haussierte.

          Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care hat einen jahrelangen Rechtsstreit in den USA um Asbestlasten mit einem Vergleich beendet. Die Aktie des im Dax notierten Unternehmens haussierten darauf hin am Freitagmorgen um bis zu 26 Prozent.

          FMC teilte mit, in dem Rechtstreit über den Kauf einer Tochter des insolventen US-Pharmaunternehmens WC Grace mit Asbest-Klägern einen Grundsatzvergleich über alle Gläubigeranfechtungsklagen geschlossen zu haben, der die gebildeten Rückstellungen nicht übersteige. „Damit ist das Damoklesschwert über FMC weg", kommentierte BW-Bank-Analyst Michael Leineweber die Nachricht.

          „Forderungen unberechtigt“

          Die Asbest-Gläubiger hatten FMC vorgeworfen, 1996 zu wenig für die Übernahme der damaligen Grace-Tochter National Medical Care (NMC) bezahlt zu haben. Auf diese Weise sei versucht worden, die Höhe der Vermögensmittel zu drücken, die zur Begleichung von Asbest-Haftungsansprüchen gegen Grace herangezogen werden könnten. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die Forderungen der Asbest-Kläger unberechtigt waren", erklärte FMC-Vorstandschef Ben Lipps am Freitag. „Im Interesse des Unternehmens und unserer Aktionäre haben wir uns zu einem Vergleich entschlossen, da dadurch alle Asbest-bezogenen Fragen endgültig beigelegt werden.“

          FMC von künftigen Haftungen befreit

          Dem Vergleich mit den Asbest-Klägern zufolge übernimmt FMC die offenen Steuerangelegenheiten von Grace aus den Jahren vor 1996 und zahlt abschließend 15 Millionen Dollar in die Vergleichsmasse des insolventen Unternehmens. Insgesamt würden die Zahlungen die im vierten Quartal 2001 gemachten Rückstellungen von 258 Millionen Dollar nicht übersteigen, hieß es. Im Gegenzug würden alle von den Asbest-Klägern geltend gemachten Forderungen unwiderruflich abgewiesen. FMC werde zudem von Haftungen für künftige Asbest-bezogene Forderungen oder Klagen Dritter befreit.

          In den USA sind eine Reihe von Schadensersatzklagen gegen mehrere Konzerne wegen des Einsatzes von Asbest in der Vergangenheit anhängig, die zu hohen Zahlungen führen können. Der Schweizer Mischkonzern ABB erklärte, der Vergleich von FMC habe keine Auswirkungen auf den eigenen Asbest-Rechtsstreit. „Die Verhandlungen laufen weiter", sagte ein Sprecher. Der Konzern erwarte weiterhin eine Lösung in den nächsten vier bis sechs Monaten.

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