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Flutkatastrophe : Der Versicherte ist der Dumme

Blick auf, durch das Hochwasser zerstörte, Häuser in Altenburg. Aufgenommen am 15. Juli 2021 in Altenburg, Altenahr. Bild: Lucas Bäuml

Auch wer sein Haus nicht versichert hat, darf nach der Flut auf viel Geld vom Staat hoffen. Darum ist eine Versicherungspflicht überfällig, sagen Fachleute.

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          Versicherungen sind dafür da, Menschen vor Gefahren zu schützen. Fahrrad- und Hausratsversicherungen helfen, wenn Diebe zuschlagen, Elementarversicherungen, wenn Naturgewalten wüten. Im Fall der Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat dieses Prinzip versagt: Rund die Hälfte der Flutopfer war Schätzungen zufolge nicht gegen Hochwasser versichert. Entweder wollten sie keine Versicherung oder sie bekamen keine bezahlbare. Der freie Markt in jetziger Form lässt Lücken – eine Pflicht für eine Elementarversicherung gibt es in Deutschland nicht. Das führt dazu, dass nun der Staat alle Betroffenen mit viel Steuergeld rettet.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Zuerst gibt es mindestens 400 Millionen Euro Soforthilfe. Zudem ist ein Milliardenfonds geplant, aus dem wahrscheinlich Versicherte wie Nicht-Versicherte bedient werden. Wer kritisch fragt, ob diejenigen, die für den Katastrophenfall vorgesorgt haben, jetzt die Dummen sind, weil sie viel Geld für ihre Policen ausgegeben haben, nun aber auch alle anderen finanziell gerettet werden, darf nicht auf das Verständnis des Bundesfinanzministers Olaf Scholz hoffen. „Ich plädiere dafür, nicht zynisch zu sein, nicht herzlos zu sein“, sagte der wahlkämpfende Sozialdemokrat am Mittwoch.

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