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Flugverkehr : Gehaltsverzicht bei Deutscher BA verhindert Kündigungswelle

  • Aktualisiert am

Die Crew soll an Bord bleiben Bild: AP

Die rund 800 Beschäftigten der Deutschen BA wollen mit dem Verzicht auf 20 Prozent Gehalt eine größere Kündigungswelle vermeiden.

          Die rund 800 Beschäftigten der Deutschen BA wollen mit dem Verzicht auf 20 Prozent Gehalt eine größere Kündigungswelle vermeiden. Die Einigung mit den Gewerkschaften und dem Betriebsrat sei praktisch perfekt, sagte ein DBA-Sprecher am Samstag in München. „Damit kommt die Sanierung der Deutschen BA ein gutes Stück voran.“ Der neue DBA-Besitzer Hans Rudolf Wöhrl hatte das Opfer von den Mitarbeitern für ein Jahr eingefordert. Andernfalls müßten bis zu 300 der 800 Arbeitsplätze gestrichen werden.

          Nach der Einigung werden nun voraussichtlich nur 30 bis 50 Stellen wegfallen. Für die 500 Beschäftigten im Bereich des fliegenden Personals muß sich die DBA mit der Pilotenvereinigung Cockpit und mit der Gewerkschaft Verdi auf eine tarifvertragliche Regelung einigen, die dann für alle Mitarbeiter in diesem Bereich gilt. Die Verhandlungen seien sehr weit vorangekommen, sagte der DBA-Sprecher. Er bestätigte damit einen Bericht der „Welt am Sonntag“.

          „Aktuell keine Reduzierung der Flotte geplant“

          Die Beschäftigten verzichten auf 15 Prozent Gehalt sowie auf Zusatzleistungen. Im Gegenzug sichert die Fluggesellschaft die Arbeitsplätze. Dies gelte allerdings nur, solange weiterhin alle 16 Flugzeuge im Einsatz sind, sagte der DBA-Sprecher. „Wir planen aktuell aber keine Reduzierung der Flotte.“ Bei den rund 300 Mitarbeitern am Boden muß sich die Fluggesellschaft mit jedem einzelnen Beschäftigten einigen. Nur sehr wenige hätten sich in einer Umfrage gegen den Gehaltsverzicht ausgesprochen, sagte der DBA- Sprecher.

          Auch habe der Gesamtbetriebsrat den 140 Technikern und 160 Beschäftigten in der Verwaltung den Verzicht empfohlen. Am Boden müßten aber voraussichtlich in jedem Fall 30 bis 50 Stellen gestrichen werden. Dabei will die DBA aber weitgehend ohne Kündigungen auskommen.

          Verluste seit der Gründung

          Die Deutsche BA hat seit ihrer Gründung nur Verluste gemacht. Wöhrl kaufte Anfang Juni die Fluggesellschaft für den symbolischen Preis von einem Euro. Seit 1. Juli gehört ihm die Fluggesellschaft offiziell. Mit Hilfe des Gehaltsverzicht will er die Durststrecke überstehen und die Kapazitäten für das geplante künftige Wachstum erhalten. „Die Einigung auf den Gehaltsverzicht zeigt, daß die Mitarbeiter bereit sind, mitzuziehen„, sagte der Unternehmenssprecher.

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