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Flugreisen in der Pandemie : Lufthansa plant Corona-Schnelltests für Passagiere

Erst testen, dann starten: So sieht es ein Plan der Lufthansa vor. Bild: AFP

Für Fernflüge finden sich wegen Reisebeschränkungen kaum Kunden. Lufthansa arbeitet an einem Ausweg. Glücken die Gespräche mit den Behörden, könnte bald auf ersten Strecken der Pflichttest für Passagiere vor dem Flug kommen.

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          Um wieder mehr Flugreisen – auch auf Interkontinentalstrecken – zu ermöglichen, will die Deutsche Lufthansa Corona-Schnelltests für Passagiere einführen. Die Reisenden sollen dann auf eine mögliche Infektion geprüft werden, bevor sie ins Flugzeug einsteigen. Aktuell nutzen in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern Flugreisende oft Testmöglichkeiten nach der Landung. Die Schnelltests könnten streckenweise sogar zur Pflicht gemacht werden. Das dürfte zunächst allerdings nur ausgewählte Verbindungen betreffen – vor allem in die Vereinigten Staaten.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir arbeiten konkret unter anderem mit Partnern in den USA an transatlantischen Pilotstrecken, um für unsere Kunden und uns Erfahrungen im Umgang mit Schnelltests sowie zum Reisen unter von Corona-Prävention bestimmten Maßnahmen zu sammeln“, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher die Planungen auf Anfrage der F.A.Z. Man sehe „große Chancen in einem transatlantischen Pilot-Projekt“. Doch das solle nur ein erster Schritt sein.

          Intern sind die Vorbereitungen offenbar weit gediehen. „Wir planen in den kommenden Wochen Chargen von sogenannten Schnelltests zu beziehen und unseren Kunden anbieten zu können“, sagte der Konzernsprecher weiter. Ein Einführungsdatum steht noch nicht fest. Dem Vernehmen nach könnte die Umsetzung aber schnell – noch im Oktober – erfolgen, sofern laufende Gespräche mit Lieferanten und Behörden zu einem Abschluss kommen.

          Einreiseverbote und Quarantänepflichten belasten

          Die Deutsche Lufthansa leidet wie die gesamte Luftfahrtbranche unter einem massiven Einbruch der Passagierzahlen. Nach einer Belebung auf innereuropäischen Strecken im Sommer sind die Buchungen nach international steigenden Infektionszahlen und neuen Reisewarnungen wieder eingebrochen. Vor Mitarbeitern hatte Vorstandschef Carsten Spohr in der vergangenen Woche von katastrophalen Buchungszahlen gesprochen. Damals soll der Buchungsstand für Oktober nur ein Zehntel des Vorjahreswerts erreicht haben.

          Der Präsident des Luftfahrtverbands BDL, Peter Gerber, hatte schon im vergangenen Monat ein Pilotprojekt für weniger Einschränkungen auf Amerika-Strecken gefordert. Er regte an, Maßnahmen für erleichterte Reisen zwischen beispielsweise zwei deutschen und vier amerikanischen Flughäfen zu ergreifen, um Flüge für Reisende mit negativem Corona-Test grundsätzlich wieder zu ermöglichen und Ausnahmen für Einreisebeschränkungen und Quarantänepflichten zu schaffen. „Die Reiseblockaden müssen verschwinden“, forderte Gerber, der auch Chef der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo ist.

          Gesundheitsschutz und wirtschaftliche Interessen berücksichtigen

          Die Weltluftfahrtverband Iata ging am Dienstag noch einen Schritt weiter. Iata-Chef Alexandre de Juniac sprach sich dafür aus, Corona-Schnelltests vor dem Abflug für alle Reisenden anzubieten. Die Iata geht davon aus, dass Antigen-Tests für weniger als 10 Euro ab Oktober auf dem Markt seien. Bislang standen Schnelltests auch in der Kritik, da Ergebnisse nicht immer zuverlässig sind. Der Verband hegt aber die Hoffnung, dass neue Tests zu mehr als 99 Prozent akkurate Ergebnisse liefern.

          Lufthansa strebt mit dem Test-Projekt an, Gesundheitsschutz und wirtschaftliche Belange ausbalancieren zu können. „Dabei könnten neben grundsätzlich geltenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz verbindliche negative Covid-19-Tests vor dem Abflug einen Baustein darstellen, um bilaterale Ausnahmen zum Einreiseverbot zu ermöglichen“, heißt es. Intern sind die Hoffnungen, dass in großen Mengen Impfstoffe verfügbar werden, geringer. Das Testen auf Corona sei daher nach wie vor der beste Weg, um die Pandemie einzudämmen.

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