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Fluggesellschaften : United Airlines kämpft gegen den Konkurs

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United Airlines hat ein Sparpaket vorgelegt, bei dem die Arbeitnehmer den Löwenanteil leisten sollen. Die Gewerkschaften sperren sich.

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          Die vom Konkurs bedrohte amerikanische Fluggesellschaft United Airlines will in den nächsten sechs Jahren ihre Kosten um insgesamt 15 Milliarden Dollar senken. Jährlich sollen während dieser Zeit 2,5 Milliarden Dollar eingespart werden. Die Arbeitnehmer sollen dazu jedes Jahr 1,5 Milliarden Dollar beisteuern. Die Fluggesellschaft kündigte außerdem andere neue Sparmaßnahmen an.

          Mit dem jährlichen Sparziel von 2,5 Milliarden Dollar würden die Kosten besser mit den erwarteten zukünftigen Umsätzen in Einklang gebracht. Es sei auch wahrscheinlicher, dass sich die Gesellschaft damit für 1,8 Milliarden Dollar staatlicher Kreditgarantien qualifizieren werde, betonte United. Diese werden nur erteilt bei weit reichenden Sparmaßnahmen der Airlines. United Airlines braucht die Kreditgarantie für einen Gesamtkredit von zwei Milliarden Dollar. Im vierten Quartal des Jahres sind hohe Schuldendienstzahlungen fällig.

          Weiter hohe Pleite-Wahrscheinlichkeit

          Ob der Sparplan durchgesetzt wird, hängt nicht zuletzt von der Zustimmung der Gewerkschaften ab. Diese haben bereits eine Ablehnung angedeutet, wodurch die Gefahr einer Insolvenz weiter steigt. John Creighton, Interimschef von UAL Corp, der Muttergesellschaft von United Airlines, hatte kürzlich mit dem Gang zum Konkursrichter gedroht, falls die Gewerkschaften innerhalb von 30 Tagen keine weit reichenden Konzessionen machten. Diese Frist läuft am 15. September aus.

          Die Situation wird dadurch kompliziert, dass United Airlines den eigenen Mitarbeitern zu 55 Prozent gehört und die Gewerkschaften damit ein starkes Mitspracherecht haben. Analysten halten die Wahrscheinlichkeit einer Pleite nach wie vor für hoch. „Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu deutlichen Fortschritten kommen - und wir glauben nicht wirklich daran - dann bleibt die Wahrscheinlichkeit eines Gangs zum Insolvenzrichter bei 75 bis 80 Prozent“, sagte der Analyst James Higgins von Credit Suisse First Boston.

          Milliardenverluste seit 2001

          Die Nummer zwei auf dem amerikanischen Markt hinter American Airlines hat seit Anfang 2001 Gesamtverluste von drei Milliarden Dollar verbucht. Der Umsatz war im ersten Halbjahr 2002 um 22 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar geschrumpft. Die UAL-Aktien notieren nur noch mit 3,03 Dollar gegenüber 33,86 Dollar vor einem Jahr. Die Fluglinie beschäftigt gegenwärtig 80.000 Mitarbeiter und zählt täglich rund 1.900 Flüge.

          United Airlines befindet sich wie die meisten anderen US- Fluggesellschaften auf Grund der Terroranschläge, der schwachen US- Konjunktur, hohen Kosten, einem rückläufigen Geschäftsreiseaufkommen und harten Preiskämpfen in den roten Zahlen. US Airways, die sechstgrößte US-Fluggesellschaft, hat bereits Konkurs angemeldet. Sie wird unter Aufsicht des Konkursrichters weiter arbeiten und will sich sanieren.

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