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Fluggesellschaft : Ein tragischer Rückschlag für Malaysia Airlines

Maschinen der Malaysia Airlines auf dem Flughafen von Kuala Lumpur Bild: dpa

Der mögliche Absturz vor Vietnam wäre das schlimmste Unglück in der Geschichte der südostasiatischen Fluggesellschaft.

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          Das Verschwinden der Boeing B777-200 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines über dem südchinesischen Meer vor der Küste Vietnams dürfte negative Folgen für das Unternehmen haben. Die Maschine ist in der Nacht auf dem Flug von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschollen. Der Flug MH 370 wurde gemeinsam mit China Southern (code share) ausgerichtet.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Ruf von Malaysia Airlines war immer schlechter als derjenige der Luxusfluggesellschaft Singapore Airlines des benachbarten Stadtstaates, oder derjenige des Ferienfliegers Thai Airways aus dem Königreich. Zwar gilt die noch unter den britischen Kolonialherren gegründete Fluggesellschaft als relativ sicher. Doch gab es immer wieder Unfälle, bei denen auch Menschen starben – der mögliche Absturz von Samstagmorgen allerdings wäre das schlimmste Unglück in der Geschichte der südostasiatischen Fluggesellschaft. Malaysia Airlines gehört dem Luftfahrtbund One World um Air Berlin, British Airways, Cathay Pacific und Qantas Airways an.

          Die Boeing „triple seven“ gilt in Flugverkehrskreisen als sehr sicher. Sie wurde von 1995 an Fluggesellschaften ausgeliefert, Malaysia Airlines hat 15 Maschinen dieses Typs. Allerdings hatte Boeing Ende der vergangenen Woche erneut Probleme mit der neuen Boeing 787 „Dreamliner“ einräumen müssen. Es sollen Haarrisse an den Tragflächen aufgetaucht sein.

          In Konkurrenz mit asiatischen Billigfluglinien

          Ein Absturz träfe ein Unternehmen, das vor großen Herausforderungen steht: Denn Malaysia Airlines, traditionell preiswerter als die Konkurrenten, steht vor allem im Wettbewerb mit den sich rasch entwickelnden Billigfluglinien in Asien. Insbesondere die ebenfalls malaysische Air Asia raubt der Fluggesellschaft Passagiere.

          Das gelingt auch deshalb, weil Malaysia Airlines vom Staat geführt wird, entsprechend träge handelt und die Gewerkschaften nicht in den Griff bekommt. Im vergangenen Jahr verlor das Mutterunternehmen Malaysia Airline System Bhd. 1,17 Milliarden Ringgit (258 Millionen Euro). Im Jahr zuvor hatte der Konzern einen Verlust von 432 Millionen Ringgit verbucht, nach einem Rekordminus von 2,52 Milliarden Ringgit 2011. Tony Fernandes, der Gründer der anerkannten Billig-Fluglinie Air Asia, hatte sich 2011 mit der Staatslinie auf einen Aktientausch verständigt. Darauf sollte dann ein Restrukturierung und Neuausrichtung von Malaysia Airlines folgen. Fernandes beschuldigte die Gewerkschaften, die Verschmelzung aus Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen verhindert zu haben. Am Samstagmorgen twittere Fernandes: „Lasst uns einfach alle beten und abwarten.“

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