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Flugausfälle wegen Corona : Streit um Erstattungen

Fluggesellschaften stehen in der Kritik, Tickets für ausgefallene Flüge nicht zu erstatten. Bild: dpa

Fluggesellschaften stehen in der Kritik, Tickets für ausgefallene Flüge nicht zu erstatten. Bundesjustizministerin Christine Lamprecht erinnert an die europarechtlichen Vorgaben.

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          Erst stockten in der Corona-Krise die Erstattungen von Tickets für ausgefallene Flüge, nun ebbt der Entrüstungssturm über Fluggesellschaften und deren Zahlungspraktiken nicht ab. Hunderttausende Verbraucher warteten noch auf die Erstattung ihrer Vorausauszahlungen für Flüge, bemängelte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) am Montag. „Die Verpflichtung, die Tickets sehr zügig zu erstatten, ist glasklar europarechtlich vorgeschrieben“, erinnerte sie. Zuvor hatte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, mehr Druck des Bundes auf die Deutsche Lufthansa verlangt, damit Kunden Geld zurückbekämen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Krise hatten Fluggesellschaften automatisierte Erstattungsprozesse ausgesetzt, Service-Stellen waren kaum noch erreichbar, Rechtsdienstleister und die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr berichten von einem Corona-Effekt in Form eines sprunghaften Anstieg der Beschwerden über Fluggesellschaften. Diese hatten Besserung gelobt. Doch nun entbrennt ein Streit darüber, inwieweit den Ankündigungen schon Taten gefolgt sind. Der Rechtsdienstleister Fairplane gibt vor, dass die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings nur 4 Prozent der ihm bekannten Forderungen ausgezahlt habe, der Ferienflieger Condor 7 Prozent. Das Luftfahrtbundesamt soll Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen mehrere säumige Fluggesellschaften eingeleitet haben. Die sind allerdings nicht abgeschlossen; Bußgelder wurden somit bislang nicht verhängt.

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