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Flugausfälle : Lufthansas Nagelprobe

  • -Aktualisiert am

Wenn sich der Trend des Widerstands beim fliegenden Personal in dieser Form fortsetzt, sind die ehrgeizigen Vorgaben des Managements nicht mehr zu schaffen.

          Der Tenor des Kommentars von Vorstandschef Carsten Spohr zur Streiklage im Konzern erinnert an Galgenhumor: Lieber ein paar Tage ohne Lufthansa als in Zukunft ganz ohne Lufthansa. Harscher lässt sich kaum auf den Punkt bringen, in was für einer Misere Europas größte Fluggesellschaft zur Zeit steckt: Erst sorgte der Arbeitskampf der Flugbegleiter von Eurowings für schmerzliche Flugausfälle.

          Dann drohen die Piloten der Lufthansa, ihre Streikserie der vergangenen Monate fortzusetzen. Auch wenn aus (juristisch) formalen Gründen die Eskalation des Tarifkonflikts mit den offenen Punkten zu Gehalt und Altersversorgung begründet wird, geht es hinter den Kulissen um die Schicksalsfrage für eine Ikone der Luftfahrt: Schafft die Lufthansa noch mit eigener Kraft, ihre Kosten an das branchenübliche Niveau anzupassen und sich so auf Dauer im Markt zu halten?

          Und ist ihre neu geschaffene Billigflug-Plattform Eurowings ein schlagkräftiges Konzept, mit dem sich der jahrelange Siegeszug der europäischen Preisbrecher stoppen lässt? Wenn sich der Trend des Widerstands beim fliegenden Personal in dieser Form fortsetzt, sind die ehrgeizigen Vorgaben des Managements nicht mehr zu schaffen. Nur einem externen Vermittler ist daher der große Wurf zuzutrauen, beide Parteien endlich an einen Tisch zu bekommen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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