https://www.faz.net/-gqe-9343v

Fehlende Deutschkenntnisse : Viele Flüchtlinge mit Sprachdefizit

Flüchtlinge arbeiten in der Ausbildungswerkstatt der Bahn in Thüringen. Bild: dpa

Fehlende Sprachkenntnisse und Qualifikationen erschweren für viele Flüchtlinge die Integration. Eine neue Statistik ergibt nun neuen Aufschluss darüber. Das sind die Ergebnisse.

          1 Min.

          Dass fehlende Deutschkenntnisse und mangelnde Qualifikationen die größten Hemmnisse für die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt sind, ist allgemein bekannt. Eine aktuelle Statistik gibt nun aber Auskunft über das Ausmaß der Defizite. Dafür befragte das staatliche Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rund 500 anerkannte Flüchtlinge aus Syrien und Irak, die von der sozialen Grundsicherung (Hartz IV) leben.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Fast zwei Dritteln fehlte eine abgeschlossene Berufsausbildung, wie aus den nun veröffentlichten Daten hervorgeht. Sie zeigen darüber hinaus eine „deutliche Polarisierung“, wie es weiter heißt. Denn während jeder Vierte nicht einmal einen Schulabschluss besaß, verfügte jeder Zweite über einen Abschluss, welcher der deutschen Fachhochschul- oder Hochschulreife entsprach.

          Die Spreizung zeige sich auch bei den beruflichen Qualifikationen: 64 Prozent Flüchtlingen ohne Abschluss stünden immerhin 27 Prozent mit Hochschulzertifikat gegenüber. Günstig für die Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis wirkt sich laut IAB das relativ geringe Durchschnittsalter von rund 30 Jahren, eine meist gute gesundheitliche Verfassung sowie eine oftmals hohe Motivation aus.

          Ein Großteil der befragten Flüchtlinge (86 Prozent) wurde von den Jobcentern zunächst in einen Deutsch- oder Integrationskurs geschickt. 41 Prozent bekamen zudem eine berufliche Weiterbildung oder eine Umschulung angeboten. Jeder Fünfte erhielt das Angebot für eine Vollzeit-, Teilzeit- oder Ausbildungsstelle, 19 Prozent bekamen die Möglichkeit für ein Praktikum und 13 Prozent für einen Minijob.

          Ein Hürdenlauf : Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Betrieb hält sich in Grenzen: ein Blick ins fast leere Impfzentrum Sachsen (Dresden)

          Geringe Quoten im Osten : Impfen? Nicht mit mir!

          In Ostdeutschland sind die Corona-Impfquoten auffallend niedrig. Was ist der Grund dafür? Ein Soziologe sieht den Widerstand gegen die Spritze als Teil der grundlegenden Protesthaltung gegenüber der Regierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.