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Florian Homm : Ein Enfant terrible wird zahm

  • -Aktualisiert am

Florian Homm: Von der Heuschrecke zum Sanierer Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Deutschlands schärfster Hedge-Fonds-Manager hat Millionen verdient - jahrelang benutzte er dafür brachiale Methoden. Jetzt arbeitet er an einem seriösen Image. Leicht fällt ihm das nicht, aber er gibt sich zuversichtlich.

          Der Mann bedient alle Klischees: Deutschlands prominentester und umstrittenster Hedge-Fonds-Manager raucht gern kubanische Zigarren und posiert braungebrannt vor seiner mallorquinischen Villa. Am Handgelenk baumelt eine goldene Rolex. Er sagt Sätze wie „Diesen Saustall muß man ordnen“, und meint den angeschlagenen Fußballklub Borussia Dortmund, bei dem er Großaktionär ist.

          Der Zweimetermann jagt mit rabiaten Methoden Unternehmen, die mehr schlecht als recht gemanagt werden. Das bringt ihm viel Geld ein und noch mehr Feinde. Skrupel kennt er nicht. Durch die Gazetten geistert er als der „Kurskiller“, der „Plattmacher“ und als der „Zerleger von Mallorca“. Und er kokettiert auch noch damit.

          Ein legendär schlechter Ruf

          Trickreich attackierte der Börsenspekulant vor Jahren die Kurse des Autoverleihers Sixt, des Finanzdienstleisters MLP und der Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM. Die Angriffe versetzten die betroffenen Unternehmer in Angst und Schrecken. Dem knallharten Fondsmanager bescherten sie nicht nur Geld, sondern - im Fall Sixt - auch eine Geldbuße wegen Kursmanipulation sowie ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

          Homm wird vorgeworfen, er habe seinem Glück auf die Sprünge geholfen und die fallenden Kurse durch negative Analystenstudien selbst herbeigeführt. Erich Sixt sah das als „Angriff auf mein Lebenswerk“ und schimpfte: „Leuten wie Homm gehört das Handwerk gelegt.“ Seither haftet dem Investmentmanager ein legendär schlechter Ruf an.

          „Meine Aufgabe ist es, Geld zu verdienen - in fallenden und steigenden Märkten“, sagt Homm ungerührt. „Das sehe ich ganz emotionslos - auch die ganzen Vorwürfe.“ Er bedauert nichts, obwohl er sich bei Sixt wohl vergriffen hat; die Aktie läuft hervorragend. Heute sagt der Fondsmanager: „Ich will ja nicht recht haben, sondern Geld verdienen. Vielleicht schreibe ich Herrn Sixt mal einen Brief und gratuliere ihm. Er hat sein Unternehmen fest im Griff, während die ganze Branche kränkelt.“ Es bleibt unklar, ob Homm es ernst meint oder spottet.

          Die Zahlen sprechen für sich

          Seit Sixt, WCM und MLP sind einige Jahre vergangen. Es ist ruhiger geworden um Florian Homm. Der Draufgänger mit der scharfen Zunge meidet die Presse und mimt zumindest den seriösen Investor. Beinahe unbemerkt ist sein Unternehmen derweil gewachsen. Homm und der Ire Sean Ewing, die schon vorher kooperiert hatten, gründeten gemeinsam Absolute Capital Management (ACM). Sie steckten Homms Fonds in diese Gesellschaft und brachten sie an die Londoner Börse. Homm ist Chefanleger, Ewing trifft die Investoren. Den beiden gehören zwei Drittel der Firma. Der Wert ihrer Aktien hat sich nach einem fulminanten Start im März wieder der Erstnotiz genähert.

          Mehr als eine Milliarde Euro verwaltet ACM mittlerweile, im kommenden Quartal sollen es 1,5 Milliarden Euro sein. „Ich sehe ein Potential von drei bis fünf Milliarden Euro in fünf Jahren“, sagt der Vermögensverwalter, der überzeugt ist, daß Hedge-Fonds bald ein wichtiger Bestandteil in den Depots der Anleger sein werden. „Warum soll nur die Harvard Universität, die stark auf alternative Anlagen setzt, trotz schlimmer Krisen über Jahrzehnte zweistellige Gewinne einfahren - ohne ein einziges Verlustjahr?“ fragt Homm. „So schwer ist das nicht nachzumachen.“ Der Millionär weiß: Solange die Wertentwicklung seiner Fonds in Ordnung ist, findet sich das Geld. Die Zahlen sprechen für sich. Seine Fonds wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Für Werbung mußte er noch keinen Cent ausgeben.

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