https://www.faz.net/-gqe-78cf3

Flexstrom ist insolvent : Sie wussten, was sie taten

  • -Aktualisiert am

Der Billigstromanbieter Flexstrom ist insolvent. Das Bedauern hält sich in Grenzen.

          1 Min.

          An der Insolvenz des Berliner Vorkasse-Energieanbieters Flexstrom verwundert nur die Tatsache, dass das an ein Schneeballsystem erinnernde Geschäftsmodell so lange getragen hat. Es ging so lange gut, wie neue Kunden für frisches Geld sorgten. Als es ausblieb, bracht das System zusammen.

          Zwei Jahre ist es her, dass der Vorkasseanbieter Teldafax mit dem selben Modell pleite ging. Spätestens seit diesem weithin publizierten Fall musste allen Verbrauchern klar sein, auf welches Vabanque-Spiel sie sich bei Energielieferungen gegen Vorkasse einließen. Verbraucherschützer und Netzagentur hatten gewarnt.

          Die Kunden wussten, was sie taten. Deshalb bleibt das Mitleid mit Schnäppchenjängern, die nun in die teure Grundversorgung des lokalen Anbieters fallen, überschaubar.

          Mehr staatlicher Schutz ist deshalb jedenfalls nicht nötig. Flexstrom hat eine irritierende Historie von Streitigkeiten mit Kunden und Kritikern. Irritierend auch die Begründung, die das Unternehmen für seine Bauchlandung, die 600 Beschäftigte die Arbeit kostet, nannte: miese Presse, zahlungsunwillige Kunden, böse Konkurrenz, der kalte Winter. Bei so viel Ignoranz hält sich jedes Bedauern in Grenzen.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Weitere Themen

          So funktionieren NFTs Video-Seite öffnen

          Digitaler Echtheitsnachweis : So funktionieren NFTs

          Non-Fungible Tokens (NFTs) werden immer beliebter. Sie spielen etwa beim Handel mit digitaler Kunst eine Rolle. Die Videografik erklärt, was hinter dem digitalen Echtheitszertifikat steckt und wie es funktioniert.

          Topmeldungen

          Entscheidung von Bundesgericht : Novak Djokovic muss Australien verlassen

          Nach tagelangem Chaos entscheiden drei Bundesrichter endgültig gegen den weltbesten Tennisspieler: Novak Djokovic darf nicht in Australien bleiben. Kurz danach kommentiert der Serbe das Urteil in einer Erklärung.
          Das New Yorker Hauptquartier der Verlagsgruppe Simon & Schuster, bei der Filippo Bernardini angestellt war

          Bücherdieb Filippo Bernardini : Wie weit würde man gehen, um ein Buch zu lesen?

          Die Verlagsbranche fragte sich jahrelang, wer hinter dem mysteriösen Diebstahl unveröffentlichter Manuskripte steckt. Dass jetzt ein Täter gefunden wurde, erklärt einige, aber nicht alle bekannten Fälle. Gastbeitrag einer doppelten Branchenkennerin.