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Flaute im Inland : Autobauer schreiben auch das nächste Jahr ab

  • Aktualisiert am

Das Exportgeschäft der deutschen Autobauer boomt Bild: AP

Die Flaute auf dem deutschen Automarkt wird nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie auch im nächsten Jahr anhalten. Wichtigstes Standbein bleibt das Exportgeschäft, das die Schwächen im Inland kompensiert.

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          Die deutsche Autoindustrie hat angesichts der anhaltenden Flaute auf dem deutschen Markt ihre Hoffnung auf anziehende Verkaufszahlen auch für das nächste Jahr schon aufgegeben. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet nur mit einem marginal höheren Absatz von 3,2 Millionen Fahrzeugen, wie VDA-Präsident Matthias Wissmann am Donnerstag in Frankfurt sagte.

          Im laufenden Jahr werde der Absatz wegen der zu Jahresbeginn gestiegenen Mehrwertsteuer um neun Prozent auf 3,16 bis 3,17 Millionen Wagen schrumpfen. Bereits nach elf Monaten war absehbar, dass die vom VDA zur Jahresmitte prognostizierten 3,2 Millionen Neuanmeldungen nicht zu schaffen sind. 2006 waren 3,47 Millionen Pkw und Kombi auf deutschen Straßen neu zugelassen worden.

          Erfolge im Export

          Wichtigstes Standbein der deutschen Autohersteller bleibt der Export, der die Schwäche im Inland mehr als wettmacht. Bis zum Jahresende wollen Volkswagen, Mercedes, BMW & Co rund 4,3 Millionen Fahrzeuge an Kunden im Ausland liefern - ein Plus von zehn Prozent und der fünfte Exportrekord in Folge.

          Die Werke sind fast voll ausgelastet - 5,7 Millionen Pkw werden in diesem Jahr voraussichtlich von den deutschen Bändern rollen, so viel wie nie zuvor. Seit Jahresbeginn wurden 8000 Arbeitsplätze geschaffen: 5000 bei Zulieferern, 2000 bei den Herstellern von Anhängern und Aufbauten, und tausend bei den Automobilherstellern selbst.

          Verunsicherung wegen Klimaschutz-Debatte

          Für die seit Jahresbeginn anhaltende Nachfrageschwäche in Deutschland macht die Schlüsselbranche auch die Debatte um den Klimaschutz verantwortlich, die potentielle Käufer verunsichere. Hinzu komme der hohe Benzinpreis und die Verteuerung von Dingen des täglichen Bedarfs.

          Auch die Bevölkerungsentwicklung trägt nach Einschätzung von Experten dazu bei, dass die Nachfrage nicht Tritt fasst. Der Anteil älterer Käufer nimmt zu. Die Folge ist, dass Autos länger gefahren werden. Das Durchschnittsalter der Wagen auf Deutschlands Straßen liegt inzwischen weit über acht Jahre und damit auf Rekordniveau. Experten gehen davon aus, dass der deutsche Pkw-Markt auch in den nächsten Jahren schwach bleiben wird.

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