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Finanzprognose von Alfred Boss : Arbeitslosenbeitrag sollte bald sinken

Die Beiträge sprudeln: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kann sich freuen. Bild: AP

Trotz Konjunkturflaute ist ein neuer Rekordwert für die Arbeitslosenkasse in Sicht. Eine Finanzprognose zeigt: Die Beiträge könnten auf 2,2 Prozent sinken.

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          Die Bundesagentur für Arbeit nimmt auch in der Konjunkturflaute deutlich mehr Sozialbeiträge ein als für ihre Ausgaben benötigt. Ihr Finanzpolster wird damit das Rekordniveau von 23,5 Milliarden zum Jahresende 2018 noch weiter überschreiten. Das zeigen neue Berechnungen des Kieler Finanzwissenschaftlers und früheren Steuerschätzers Alfred Boss. Allein in diesem Jahr wird die Arbeitslosenversicherung demnach einen weiteren Überschuss von mehr als 2 Milliarden Euro erzielen. Das ist viermal so viel, wie die Bundesagentur in ihrem Etat für 2019 eigentlich veranschlagt hat. Die Reserve der Arbeitslosenkasse dürfte damit in diesem Jahr auf 25,8 Milliarden Euro und 2020 gar auf 26,6 Milliarden Euro anschwellen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Boss, dessen Finanzprognosen seit Jahren regelmäßig deutlich treffsicherer sind als die Haushaltsplanung der Behörde, rät daher dringend zu einer weiteren Entlastung der Beitragszahler. „Eine weitere Beitragssatzsenkung ist angesichts der extrem hohen Rücklage angebracht“, schreibt er in seiner neuen Studie für das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), die der F.A.Z. vorab vorliegt. Mit einer Senkung von bisher 2,5 auf 2,2 Prozent des Bruttolohns lasse sich die Finanzreserve der Beitragskasse auf dem Niveau von 0,65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stabilisieren. Eine Beitragssenkung um 0,3 Prozentpunkte würde Arbeitnehmer und Arbeitgeber um zusammen rund 3,6 Milliarden Euro entlasten.

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