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Finanzplanung im Ruhestand : Was brauche ich?

Dieser aktuelle Stand der Ausgaben ist der Startpunkt für die Analyse für den Finanzbedarf im Alter: Welche Ausgabenposten werden sich vermutlich erhöhen, welche werden sinken? Posten für Posten sollte der Bald-Rentner prüfen. Die große Tabelle auf dieser Seite hilft dabei. Sie gibt einen ersten Anhaltspunkt anhand von durchschnittlichen Ausgabeprofilen von Haushalten in den Jahren vor und nach Beginn des Ruhestandes. Sie wurden vom Statistischen Bundesamt in der Einkommens- und Verbrauchsstatistik ermittelt, die alle fünf Jahre aufgestellt wird, zuletzt 2008. Sie zeigt: Die beiden größten Ausgabenblöcke im Ruhestand sind die Kosten für das Wohnen und für Freizeit und Reisen. Sie entscheiden, ob die Neu-Rentner mehr oder weniger Geld als im Berufsleben benötigen.

Die neu gewonnene Zeit soll Spaß machen

Für das Wohnen zum Beispiel geben die Ruheständler meist mehr Geld als zuvor aus. Denn wer nicht mehr den ganzen Tag im Büro sitzt, sondern häufiger als früher zuhause, verbraucht mehr Strom und im Winter mehr Öl oder Gas für die Heizung. Und er ist vielleicht schneller von seiner Möbeleinrichtung genervt und beschafft sich mal eine neue, streicht und tapeziert oder peppt den Garten kostspielig auf. Viele nutzen auch die neue Freiheit, nicht mehr in der Nähe der Arbeit wohnen zu müssen, für einen Umzug. Wer aus der teuren Münchener Innenstadt in die Lüneburger Heide zieht, spart Geld. Geht es dagegen vom Land in die Stadt, wird es teurer. Teurer wird es auch, wenn die neue Wohnung gleich altersgerecht sein soll, also breite Türen und einen Aufzug hat. Denn von solchen Immobilien gibt es noch zu wenige.

Wer dagegen weiter in seinem Eigenheim wohnen bleibt, spart erst einmal richtig Geld. Denn im Alter rund um 60 zahlen viele Immobilienbesitzer ihre letzten Kreditraten ab. Aber Vorsicht: Zu Beginn der Rentenzeit könnten größere, teure Renovierungen anstehen. So hält ein Dach vielleicht 30 Jahre, muss dann aber neu gedeckt werden. Wer im Alter von 40 sein Haus bezogen hat, könnte also mit 70 von den hohen Kosten getroffen werden. Zudem könnten eine neue Heizung oder neue Fenster nötig werden.

Am stärksten steigen aber die Ausgaben für Freizeit und Reisen. Schließlich soll die neu gewonnene Zeit Spaß machen. Theater, Oper, ein neuer Sportverein, bei schönem Wetter im Biergarten sitzen: Das alles kostet Geld. Dazwischen wollen die meisten auch so oft wie möglich verreisen, solange es die Knochen noch zulassen. Und dann nicht im 2-Sterne-Hotel übernachten. Man ist ja kein Student mehr.Mehr geben die Neu-Rentner auch für die Gesundheit aus. Weil die Malaisen zunehmen, aber auch, weil sie gesundheitsbewusst leben und dafür bereit sind, Geld zu bezahlen.

Weniger neue Businessschuhe, Anzüge und Kostüme

All das klingt nun so, als bräuchten die Rentner viel mehr Geld als bisher. Aber keine Sorge: Es winken auch einige Entlastungen. Denn Arbeiten kostet auch Geld. Pendler, die auf dem Weg zum Job viel Geld an der Tankstelle gelassen haben, werden sich nun freuen. Sie sollten aber auch überlegen, ob sie nicht im Gegenzug in der Freizeit auch öfter als früher mal einen Ausflug mit dem Auto machen werden. Zumindest sagt die Statistik: Die Verkehrsausgaben sinken im Ruhestand. Denn alters- und jobbedingt sind viele Rentner nicht mehr täglich unterwegs. Durch den Wegfall des Berufs spart der Neurentner auch an Kleidung: Je seltener er repräsentativ aussehen muss, desto weniger neue Businessschuhe, Anzüge und Kostüme sind nötig.

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