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Finanznot : Ukraine: Gläubiger zur Kasse

  • -Aktualisiert am

Wie geht es weiter in der Ukraine? Vorbilder für Schuldenschnitte gibt es mittlerweile genug. Bild: REUTERS

Wird die Ukraine ihre Gläubiger dauerhaft mit Zins und Tilgung bedienen? Die meisten gehen davon aus. Doch diese Einschätzung könnte falsch sein.

          Mit Rufen nach internationaler Hilfe sind in Finanznot geratene Staaten oft schnell zur Hand. Die neuen Machthaber in der Ukraine haben den Kapitalbedarf bis zum Jahresende 2015 auf 35 Milliarden Dollar beziffert. Dieser Offenbarungseid hat die internationalen Gläubiger überraschend kalt gelassen. Sie gehen angesichts der für dieses Jahr mit 6,5 Milliarden Dollar gering scheinenden öffentlichen Auslandsverschuldung offenbar davon aus, dass die Ukraine sie dauerhaft mit Zins und Tilgung bedienen wird.

          Diese Einschätzung könnte falsch sein. Zum einen wird die Auslandsverschuldung schnell klettern, weil die Ukraine mehr denn je auf Importe aus dem Ausland angewiesen ist. Zum anderen gibt es in jüngster Zeit gelungene Vorbilder für Schuldenschnitte.

          In Griechenland mussten Besitzer von Staatsanleihen und in Zypern reichere Banksparer auf Forderungen verzichten. Auch in der Ukraine sollten erst private Gläubiger, die an der Misere lange gut verdient haben, zur Kasse gebeten werden, bevor internationale Hilfen gewährt werden. Auf die konkreten Vorschläge der neuen ukrainischen Machthaber dazu darf man gespannt sein.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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