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Schrittweise Steuererhöhung : Müssen Raucher bald mehr zahlen?

Abrupte Steuererhöhungen haben bisher meist zu starken Absatzrückgängen geführt. Bild: AFP

Über 70 Prozent des Kaufpreises einer Packung Zigaretten landen bisher im Bundeshaushalt, Finanzminister Scholz will die Tabaksteuer nun weiter anheben. Doch es ist nicht die Tabakbranche, die den Plan kritisch sieht.

          Die Tabaksteuer rückt wieder in den Blickpunkt der Politik. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erwägt, die frühere Praxis wieder aufzunehmen, den Steuersatz schrittweise zu erhöhen. Die Konstellation ist ungewöhnlich: Der Rückhalt dürfte in der betroffenen Branche größer sein als beim Koalitionspartner. Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete am Freitag, der SPD-Politiker habe CDU und CSU im Koalitionsausschuss von seinen Überlegungen unterrichtet. Wie ergänzend aus seinem Haus verlautete, ist nicht davon auszugehen, dass er dabei schon Details genannt hat.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Derzeit landen von dem Preis einer Packung mehr als 70 Prozent im Bundeshaushalt. Nach früheren Erfahrungen mit abrupten Steuererhöhungen, die zu starken Absatzrückgängen führten, befürwortet die Branche eine Steuerstrategie aus regelmäßigen, aber dafür maßvollen Anpassungsschritten. Das Aufkommen aus der Tabaksteuer betrug im vergangenen Jahr 14,3 Milliarden Euro. Die Entwicklung ist – ohne Steuererhöhungen – leicht rückläufig. Nach der jüngsten Steuerschätzung werden die Einnahmen aus der Tabaksteuer bis zum Jahr 2023 auf 13,9 Milliarden Euro sinken. Die Tabaksteuer ist die zweitgrößte Steuer, deren Aufkommen allein dem Bund zusteht – nach der Energiesteuer, die jedes Jahr gut 40 Milliarden Euro in die Kasse des Bundes spült.

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