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Finanzminister Bruno Le Maire : „Wir brauchen einen europäischen Kapitalismus“

Bruno Le Maire im Mai in Paris Bild: AFP

Frankreichs Finanzminister fordert ein neues Wirtschaftssystem mit sozialen Werten. Im Interview erklärt Le Maire, wie er sich das neue Modell vorstellt – und warum Staatsbeteiligungen dabei keineswegs eine Garantie für Erfolge sind.

          6 Min.

          Herr Le Maire, in Frankreich kommt es unter Umständen mit Renault und Fiat-Chrysler zu einer großen Autofusion. Sie scheinen recht gelassen, dass sich damit der Staatsanteil an Renault – einem Symbol Frankreichs – auf 7,5 Prozent halbieren könnte.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Für mich kommt es nicht auf Symbole an, sondern auf die Industriestruktur in Frankreich. In der Vergangenheit hat man vielleicht die Symbole zu sehr vor sich hergetragen und dabei aber dennoch in zehn Jahren eine Million Industriearbeitsplätze und jährlich 100 Industrieunternehmen verloren. Mir ist die Realität wichtiger. Wie kann Renault ein großer Autohersteller bleiben? Nur durch Investitionen. Das autonome Fahren und die Elektromobilität erfordern Dutzende von Milliarden Euro. Renault muss erfolgreich sein können. Es ist nicht die staatliche Beteiligung, die Renault diesen Erfolg ermöglicht.

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