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Finanzmarktkrise : Erinnerungen an den Börsenkrach von 1987

Der Oktober gilt als Krisenmonat an den Märkten Bild: F.A.Z. - Anna Mutter

20 Jahre ist er her, der Börsenkrach am 19. Oktober 1987. Zur heutigen Situation gibt es manche Parallele. Ein Rückblick - und ein Ausblick auf die kommende Woche.

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          Am kommenden Freitag gilt es eines unerfreulichen Ereignisses zu gedenken: Vor genau 20 Jahren, am 19. Oktober 1987, brach der Dow-Jones-Index um 22,6 Prozent beziehungsweise 508 Punkte auf 1738,74 Punkte ein. Damals war von einem schweren Börsenkrach die Rede, Erinnerungen an das Jahr 1929 wurden laut, und im damals noch existierenden Ostblock erfreuten sich Kommentatoren über einen weiteren Schritt des Kapitalismus in den Untergang.

          Der Börsenkrach von 1987, der seinerzeit auch den neu im Amt befindlichen Fed-Chairman Alan Greenspan gehörig erschreckte, ist dennoch eine Episode geblieben. Schon zwei Tage nach dem Kurseinbruch erholten sich die Kurse um 10 Prozent, und im Januar 1989 hatte der Dow Jones seinen Stand von vor dem Einbruch erreicht. Wer sich heute einen Langfristchart des amerikanischen Index ansieht, wird den Kursrückschlag lediglich als eine vorübergehende Unterbrechung eines dauerhaften Aufwärtstrends wahrnehmen.

          Der Oktober gilt als Krisenmonat

          Gleichwohl lohnt es sich, den Oktober 1987 nicht zu vergessen, sondern ihn mit der aktuellen Situation zu vergleichen. Die Dresdner Bank hat nämlich die Gründe zusammengetragen, die zu dem Kurseinbruch von vor 20 Jahren führten: Sie nennt eine starke Hausse vor dem Einbruch, ein schwindendes Vertrauen in den Dollar an den Devisenmärkten und die durch die Computerisierung des Handels stark gestiegenen Börsenumsätze.

          Das erinnert an die heutige Situation an den Aktienmärkten. Sie befinden sich nahe ihrer historischen Höchststände, der Dollar neigt wiederum zur Schwäche, und die Börsenumsätze sind seit 1987 noch einmal erheblich gewachsen. Droht also ein neuer Einbruch, zumal der Oktober an den Märkten - zu Recht oder zu Unrecht - als ein Krisenmonat gilt?

          Entlastung für die Märkte

          Eines ist heute anders als damals: Dem Kurseinbruch von 1987 ging eine Leitzinserhöhung der Fed voraus, während die Fed in der diesjährigen Finanzmarktkrise ihren Leitzins gesenkt hat. Befördert wird die derzeit gute Stimmung an den Aktienmärkten nicht zuletzt von Erwartungen, die Fed werde ihre Zinsen weiter senken, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Und wenn sie es nicht tut?

          Eine weitere Entlastung für die Märkte könnte die Gründung eines „Super-Conduits“ bringen, in den große amerikanische und britische Banken rund 100 Milliarden Dollar an Papieren einbringen wollen, denen mehr oder weniger fragwürdige Hypothekendarlehen zu Grunde liegen.

          Die Bekanntgabe dieses Planes, der die Billigung des amerikanischen Finanzministers Hank Paulson besitzt, dürfte nach Angaben des „Wall Street Journal“ zum Wochenbeginn erfolgen. Die Zeitung berichtet von einem Treffen im Finanzministerium, an dem unter anderen Vertreter der Citigroup, der Bank of America und von J.P. Morgan teilgenommen haben. Große britische Banken könnten sich dem Projekt anschließen.

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