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Finanzmarkt : Deutsche Börse verschärft Delisting-Regeln

  • Aktualisiert am

„Penny Stocks“ und insolvente Firmen haben am Neuen Markt nichts mehr zu suchen. Zumindest nach dem Willen der Deutschen Börse.

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          Die Deutsche Börse will künftig wie erwartet Unternehmen von ihrem Wachstumssegment Neuer Markt ausschließen, wenn deren Aktienkurs unter einem Euro und der Börsenwert der Firma unter 20 Millionen Euro sinkt. Die neuen Regelungen sollen bereits zum 1. Oktober 2001 in Kraft treten. „Unternehmen mit geringem Börsenwert und insolvente Unternehmen sind keine Wachstumswerte“, begründete Börsen-Vorstandsmitglied Volker Potthoff die neuen Sanktionsmaßnahmen.

          Wie die Deutsche Börse am Freitag weiter mitteilte, liegt der Ermessungszeitraum für ein solches Delisting bei insgesamt 120 Börsentagen. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen zunächst die beiden Grenzwerte an 30 aufeinander folgenden Börsentagen unterschreiten muss. Sollte der Aktienkurs beziehungsweise der Firmenwert in den darauf folgenden 90 Börsentagen nicht an mindestens 15 aufeinander folgenden Tagen über einen Euro beziehungsweise über 20 Millionen Euro liegen, werde das Unternehmen vom Neuen Markt ausgeschlossen.

          Firmen verlieren nicht Börsenzulassung

          Firmen, die aus dem Neuen Markt herausfallen, verlieren allerdings nicht ihre Zulassung zum Börsenhandel, vielmehr könnten ihre Papiere auch weiterhin im Geregelten Markt oder Freiverkehr gehandelt werden. Neben den „Penny-Stocks“ sollen auch insolvent gewordene Firmen künftig vom Kurszettel des Neuen Marktes gestrichen werden. Das qualitative Kriterium “Insolvenz“ greife, wenn ein Insolvenzverfahren über das Vermögen eines Unternehmens eröffnet oder mangels Masse abgewiesen werde.

          Die Kurse vieler unter einem Euro notierenden Papiere gaben zum großen Teil zweistellig nach und zogen Nemax 50 und Nemax All Share auf neue Jahrestiefs (Ausführlicheres dazu lesen Sie unter dem Beitrag: Viele Penny-Stocks brechen ein).

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