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Finanzkrise : Ist das Geld der Sparer noch sicher?

  • -Aktualisiert am

Lieber ins Sparschwein? Oder ist das Geld auf der Bank doch noch sicher? Bild: ddp

Die Krise der amerikanischen Banken und Versicherer schreckt auch deutsche Sparer. Sie fragen sich, ob ihr Geld noch sicher ist. Die kürzeste Antwort lautet: Ja. Aber . . .

          4 Min.

          Lehman in der Insolvenz, Merrill Lynch übernommen und der Versicherer AIG in Not. Mancher deutsche Sparer wird sich fragen, wann die jüngste Welle der Finanzkrise von Amerika nach Europa schwappt und wie es um sein Erspartes steht. Die gute Nachricht zuerst: „Die Einlagen der Kunden der Lehman Brothers Bankhaus AG sind im Rahmen des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes geschützt“, schreibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn. Doch obwohl Bankeinlagen nirgends so geschützt sind wie in Deutschland und auch andere wichtige Sparformen wie die Lebensversicherung als sicher gelten, geht die Finanzkrise an den deutschen Sparern nicht spurlos vorbei.

          Doch der Reihe nach: Seit den neunziger Jahren sind die Banken in der Europäischen Union verpflichtet, ein Mindestmaß an Absicherung zu bieten. Daran müssen sich alle Banken beteiligen. Die abgesicherten Summen unterscheiden sich und sind zum Beispiel in Italien und Frankreich höher als in Deutschland. In Großbritannien sind maximal gut 31.000 Pfund je Bankkunde gedeckt. Hierzulande deckt die gesetzliche Mindestsicherung 90 Prozent der Einlagen, höchstens aber 20.000 Euro. Die meisten deutschen Banken sind freiwillig in zusätzlichen Sicherungseinrichtungen, die auch Einlagen in Millionenhöhe absichern.

          4,5 Milliarden Euro für die Absicherung der Einlagen

          Mit Einlagen ist zum Beispiel das Geld auf dem Girokonto oder dem Sparbuch gemeint. Gedeckt sind auch Namensschuldverschreibungen der Bank, nicht aber von der Bank begebene Inhaberpapiere. Aktien und Anleihen anderer Emittenten, die im Depot liegen, sind nicht versichert. Der Kunde bleibt auch im Falle der Bankinsolvenz Eigentümer der Wertpapiere, die allerdings wegen der Börsenschwäche möglicherweise an Wert verloren haben.

          Bild: Assekurate; Map-Report; Bundesbank

          Für die Absicherung der Einlagen stehen in Deutschland geschätzt – die genaue Zahl halten die Banken geheim – rund 4,5 Milliarden Euro bereit. Das reicht leicht für einige kleine Institute und möglicherweise für eine mittelgroße Bank. Sollte es noch schlimmer kommen, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt, könnten die Einlagensicherungen der Banken eine Insolvenzwelle nicht auffangen. Dann bliebe nur der Staat. In Kreisen der Frankfurter Banken wird kolportiert, dass die Industriebank IKB auch deshalb im vergangenen Jahr gerettet wurde, weil sonst die Forderungen aus Namensschuldverschreibungen der IKB die Einlagensicherung der privaten Banken überfordert hätte.

          „Die Ansteckungsgefahr ist größer geworden“

          Und wie steht es um die Versicherer? Es ist keine fünf Jahre her, da galt die American International Group (AIG) in der Versicherungsbranche als Maß aller Dinge. Mit einer Bilanzssumme jenseits der 1000 Milliarden Dollar und Rekordgewinnen war AIG der am höchsten bewertete Versicherer der Welt. Heute taumelt der Riese – Grund genug für besorgte Blicke auf die hiesige Assekuranz.

          „Die Ansteckungsgefahr ist auf dem Kapitalmarkt weltweit größer geworden, aber für den deutschen Versicherungsmarkt ist sie nach wie vor gering“, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde Bafin am Montag. Besonders die direkt aus der Kreditkrise resultierenden Verlustrisiken hält die Anstalt für gering. Sie befragt seit Beginn der Finanzkrise die Versicherer, ob nicht doch versteckte Risiken gefunden worden seien – bisher stets ohne alarmierende Ergebnisse.

          Versicherer indirekt betroffen

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