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Finanzinstitute : Elf Banken im Stresstest angeblich durchgefallen

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Am Sonntag um zwölf Uhr verkündet die EZB die Ergebnisse des europaweiten Banken-Stresstests. Bild: dpa

Seit Monaten prüft die Finanzaufsicht die größeren Banken in den Euro-Ländern. Laut einem Medienbericht haben mindestens 11 Banken nicht bestanden. Deutsche Banken seien nicht darunter. Die EZB bezeichnet den Bericht als „Spekulation“ - Ergebnisse gebe es erst am Sonntag.

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          Mindestens elf Banken aus sechs Euro-Ländern haben einem Medienbericht zufolge den seit Monaten laufenden Fitnesscheck der Aufseher nicht bestanden. Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE am Mittwoch ohne Angabe von Quellen berichtete, dürften drei griechische, drei italienische, zwei österreichische, eine zyprische, eine portugiesische und womöglich eine belgische Bank den Test nicht erfolgreich absolviert haben. Deutsche Banken seien nicht darunter, meldete die Agentur unter Berufung auf Finanzkreise.

          Mit dem Test überprüft die EZB die Kreditrisiken der Banken. Die EZB spricht von einem „Gesundheitscheck“. Dabei ging es vor allem um die Werthaltigkeit von Krediten: Sind Kredite faul? Können Kreditnehmer wie mittelständische Betriebe ihre Schulden zurückzahlen? Um hier Ausfälle ausgleichen zu können, müssen die Banken über eine Eigenkapitalquote von acht Prozent verfügen. In einem zweiten Schritt setzte die EZB die Banken zwei Szenarien aus: einem Basis- und einem Krisen-Szenario. Hierbei handelt es sich um den eigentlichen Stresstest: Wie reagiert ein Geldhaus, wenn zum Beispiel die Konjunktur einbricht? Im Krisenfall muss die Bank eine Kapitalquote von mindestens 5,5 Prozent erreichen.

          Ein Durchfallen durch den Stresstest bedeutet: Die betreffenden Banken sind nach Ansicht der Aufsichtsbehörden zu schwach auf der Brust und müssen zusätzliches Kapital aufnehmen. Die betreffenden Banken haben zwei Wochen Zeit, zu erklären, wie sie ihre Kapitallöcher stopfen wollen. Danach gibt ihnen die EZB eine höchstens neunmonatige Frist, um das geforderte Kapital aufzubringen. Schaffen sie es nicht, droht im schlimmsten Fall das Aus. Bis dahin ist es laut EZB aber „ein sehr langer Weg“.

          Insgesamt wurden 130 Institute, darunter 24 aus Deutschland, auf Herz und Nieren geprüft. Die Ergebnisse sollen am Sonntag bekannt gegeben werden. Es ist bereits der dritte Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht.

          HSH Nordbank hat EZB-Gesundheitscheck wohl bestanden

          In Deutschland galt bislang die HSH Nordbank als größter Wackelkandidat. Die Bank selbst gibt sich im Vorfeld der Veröffentlichung zuversichtlich, den Stresstest zu bestehen. Auch nach Informationen von Insidern hat die Bank wohl bestanden: Nach den Gesprächen mit den Prüfern deute alles darauf hin, dass die kriselnde Landesbank durch den Test gekommen sei, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Das Geldhaus sei im Stresstest zwar kräftig durchgeschüttelt worden, die harte Kernkapitalquote des Instituts liege wohl aber auch bei einer simulierten Krise über der Mindesthürde der Aufsichtsbehörden von 5,5 Prozent, sagte einer der Insider.

          Die EZB, die die Tests zusammen mit der europäischen Finanzaufsicht EBA durchführt, bezeichnet die Berichte über mögliche Durchfaller als „Spekulation“ - Ergebnisse gebe es erst am Sonntag.

          Hintergrund der Prüfungen ist der Start der neuen zentralen Bankenaufsicht bei der EZB. Die Notenbank in Frankfurt übernimmt am 4. November die zentrale Aufsicht über die 120 wichtigsten Banken in der Währungsunion - und muss dazu genau über den Zustand der Kreditwirtschaft Bescheid wissen. Mit den Checks will die EZB sicherstellen, dass ihr nach der Übernahme der Bankenaufsicht keine bösen Überraschungen drohen.

          Mit Aufsicht, Stresstests und strengeren Kapitalanforderungen an die Banken werden Lehren aus der Finanzkrise 2008 gezogen. Damals gerieten etliche Institute ins Wanken und wurden zum Teil mit Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch gerettet. Die damalige Krise hat auch gezeigt, dass Schieflagen wichtiger Banken das gesamte Finanzsystem lähmen können - zum Beispiel weil das Vertrauen der Banken untereinander verloren geht und sie sich kein gegenseitig Geld mehr leihen. Fachleute nennen die größeren Banken deswegen auch „systemrelevant“.

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