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Klimaaktivisten : Finanziers wenden sich von Extinction Rebellion ab

Klimaaktivisten von Extinction Rebellion protestieren vor der Bank of Englang in London. Bild: AFP

Aktivisten von Extinction Rebellion hatten am Wochenende in Großbritannien die Straßen zu wichtigen Zeitungsdruckereien blockiert. Einstige Unterstützer distanzieren sich nun.

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          Die Blockade wichtiger Zeitungsdruckereien in Großbritannien durch die Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ (XR) hat für die Gruppe nun zur Folge, dass sich finanzielle Unterstützer abwenden. Regierungschef Boris Johnson und Labour-Chef Keir Starmer haben die Blockaden vor den Druckereien am vergangenen Wochenende als „Angriff auf die Pressefreiheit“ kritisiert. Die radikalen Klimawandelaktivisten verlieren nun auch den Rückhalt von Finanziers und Unternehmern.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Ben Goldsmith, ein umweltbewegter Multimillionär und Vorstand der Children’s Investment Fund Foundation (CIFF), sagte, die Gruppe würde mit „Schock-Taktiken die Leute abschrecken“. Die CIFF-Stiftung hatte Extinction Rebellion in der Anfangsphase mehr als 130.000 Pfund gespendet. Nun scheint sie sich zu distanzieren, wie die Zeitung „The Times“ meldete. Auch der Gründer des Seifenherstellers Lush, Mark Constantine, der früher XR erhebliche Summen gespendet hatte, sagte nun, er fühle sich „unwohl, eine Gruppe zu finanzieren, die Zeitungen behindert“.

          Millionen Zeitungen wurden nicht ausgeliefert

          In der Nacht zum vergangenen Samstag hatten hundert XR-Aktivisten Straßen zu Druckereien bei London und bei Liverpool blockiert, in denen das Boulevardblatt „Sun“ sowie die „Times“, beides Blätter von Rupert Murdochs News Corp., aber auch „Telegraph“, „Mail“, „Financial Times“ und andere Zeitungen gedruckt werden. Millionen Zeitungen konnten nicht ausgeliefert werden. 70 Blockierer wurden verhaftet.

          XR rechtfertigte die Aktion damit, dass die Zeitungen unzureichend über die Klimafrage berichteten. Ihr gewaltsamer Eingriff wurde jedoch weithin als Angriff auf die Pressefreiheit kritisiert. Innenministerin Priti Patel prüft sogar, ob Extinction Rebellion als „kriminelle Organisation“ eingestuft werden könnte. Die Guerilla-Taktiken müssten gestoppt werden.

          In den Anfangsjahren hatte die 2017 gegründete Gruppe „Extinction Rebellion“ viele Sympathien auch im britischen Bürgertum genossen, nun scheinen zunehmend Linksradikale Einfluss zu gewinnen. Vor einem Jahr wurden bei großangelegten XR-Blockaden im Finanzviertel der Londoner City mehr als 1200 Personen verhaftet. Sir Christopher Hohn, der Gründer des Hedgefonds TCI, hatte damals 50.000 Pfund für die Gruppe gespendet. Am Donnerstag setzte XR seine Proteste in Großbritannien fort. Diesmal ketteten sich dreißig barbusige Frauen vor dem Parlament in London fest.

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