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Finanzdienstleister : Schroeder-Wildberg neuer MLP-Chef

  • Aktualisiert am

Schroeder-Wildberg wird Nachfolger von Bernhard Termühlen Bild: dpa

MLP-Finanzchef Uwe Schroeder-Wildberg wird zum Jahreswechsel auf den Sessel des Vorstandsvorsitzenden beim Heidelberger Finanzdienstleister rücken.

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          MLP-Finanzchef Uwe Schroeder-Wildberg wird zum Jahreswechsel auf den Sessel des Vorstandsvorsitzenden beim Heidelberger Finanzdienstleister rücken. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Wochenende. Der 38jährige Schroeder-Wildberg galt bereits seit längerem als Kronprinz von MLP-Chef Bernhard Termühlen.

          Einen Namen in der Branche hat sich Schroeder-Wildberg während der schwersten Krise in der MLP-Geschichte gemacht. Vorwürfe der Bilanzmanipulation und des Insiderhandels mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten den einstigen Dax-Wert im vergangenen Jahr bis ins Mark getroffen. Es folgten hohe Verluste und schließlich im August 2003 der Abstieg aus dem Dax in den M-Dax.

          Von Cortal-Consors zu MLP

          Die Neuordnung der Geschäfte von MLP und vor allem die veränderte Form der Bilanzierung hängen eng mit dem Namen Schroeder-Wildberg zusammen. Mit Beginn des Jahres wechselte er vom Online-Broker Cortal-Consors nach Heidelberg und wurde damit zum ersten Finanzvorstand in der Geschichte des auf Akademiker spezialisierten Finanzdienstleisters. Damit endete bei MLP auch die Alleinregierung des bis dato allgegenwärtigen Vorstandschefs Termühlen.

          Der promovierte Betriebswirt Schroeder-Wildberg wird als kommunikativ und offen beschrieben. Als größter Vorteil im Vergleich zu Termühlen muß jedoch das Image des 38jährigen angesehen werden: Der steile Absturz von MLP hängt eng mit dem Namen Termühlen zusammen. Sein designierter Nachfolger genießt dagegen das Vertrauen der Kapitalmärkte.

          MLP auf dem Weg aus der Talsohle

          Die Handschrift des Finanzchefs ist bereits nach wenigen Monaten im Amt zu lesen. MLP befindet sich auf dem Weg aus der Talsohle. Der Vorsteuergewinn stieg bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das dritte Quartal Mitte November im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent auf 14,1 Millionen Euro. Schroeder-Wildberg rechnet für die nächsten Monate mit einer zweistelligen Wachstumsrate. Ziel bleibt nach seinen Angaben, in diesem Jahr einen Vorsteuergewinn von 65 Millionen Euro zu erreichen.

          Bei der Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Termühlen hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Lautenschläger Ende Oktober noch betont, MLP werde keinen Mann aus der zweiten Reihe holen. Die Entscheidung müsse allerdings formell der Aufsichtsrat treffen. Die entscheidende Sitzung des Aufsichtsrates soll am 17. Dezember stattfinden.

          Der 48jährige Termühlen, der seit fast fünf Jahren an der Spitze von MLP stand, hatte im Oktober seinen Rückzug zum Ende des Jahres erklärt. Daß Schroeder-Wildberg nicht unmittelbar als Nachfolger bestimmt worden war, werteten Beobachter zunächst als Mißtrauensvotum gegen den "zweiten Mann". Zudem trage er den Makel, nicht aus der eigenen Vertriebsmannschaft zu kommen.

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