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Finanzaufsicht : Im Wirecard-Sumpf

Steht unter Druck: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn Bild: Reuters

In der Bafin fehlt es an Wissen um die Spielchen, die an den Märkten gespielt werden. Drei Behördenvertreter haben schon ihre Posten verloren. Für Finanzminister Scholz sind das unangenehme Aussichten.

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          Der Wirecard-Skandal droht den Wahlkampf von Olaf Scholz immer mehr zu belasten. Der Finanzminister, der seit vergangenem Sommer zugleich SPD-Kanzlerkandidat ist, hat kurz vor dem Wochenende die Reißleine gezogen und sich von der Spitze der Finanzaufsicht getrennt. Reichlich spät, aber immerhin. Der Druck war so groß geworden, dass der Schritt letztlich unausweichlich war.

          Der sich häufig bis tief in die Nacht hinziehende Fragenmarathon im Wirecard-Untersuchungsausschuss hatte Versäumnis um Versäumnis in der Behörde aufgezeigt, die dem Finanzministerium unterstellt ist. Der britische Finanzanalyst Matthew Earl, der früh auf Ungereimtheiten in der Bilanz des vermeintlichen Börsenstars aus deutschen Landen hingewiesen hatte, brachte es am Freitag auf den Punkt: In der deutschen Finanzaufsicht gibt es zu viele Berufsbeamte und zu wenig Leute, die selbst einmal in der Welt der Banken gearbeitet haben. So viel kann man jetzt schon sagen: In der Bafin fehlt es an Wissen um die Spielchen, die an den Märkten gespielt werden, und an Engagement. Im Zweifel war man nicht zuständig.

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