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Fiat : Die Optionen der Agnellis

Bis 1996 lenkte Gianni Agnelli (li.) den Fiat-Konzern Bild: AP

Eine Aufteilung von Fiat ist in Italien äußerst unpopulär. Für den Konzern aber dürfte dies der beste Weg aus Krise sein.

          3 Min.

          Italien spekuliert immer heftiger über die Zukunft von Fiat. Steht der Autokonzern vor der Aufteilung? Beflügelt werden die Spekulationen durch zwei nüchterne Feststellungen von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die seinen bisherigen Erklärungen und Beschwichtigungen entgegenstehen. Die Fiat-Aktionäre (also die Familie Agnelli) wollten das Autogeschäft verkaufen, sagte Berlusconi. Und: Der General-Motors-Konzern, der sich vor gut drei Jahren zur vollständigen Übernahme von Fiat Auto verpflichtet hatte, sei nun eigentlich nicht mehr daran interessiert.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Glaubt man, dass Berlusconi von Umberto Agnelli und der Fiat-Spitze eine offene Lagebeschreibung erhalten hat, ergibt das Spiel mit den strategischen Szenarien neue Perspektiven. Zuerst lässt sich festhalten, dass die Aktionäre wieder einmal über die wahre Lage getäuscht worden sind. Denn von Fiat und den Agnellis ist monatelang eine Perspektive beschworen worden, die längst überholt ist. Fiat müsse das Autogeschäft nicht zwingend verkaufen, sondern erst einmal sanieren, um dann frei zu entscheiden zwischen Weitermachen und Verkauf an General Motors, hieß es.

          Wenig Hoffnung auf Sanierung

          Doch von der Hoffnung auf einen Sanierungserfolg ist nicht mehr viel geblieben. Längst bedroht die Krise im Autogeschäft den Bestand des gesamten Konzerns. General Motors aber muß die krisengeschüttelten Automarken Fiat, Alfa Romeo und Lancia erst von 2004 an übernehmen. Offen bleibt die Frage, wie Fiat die Zeit bis dahin überbrücken will, noch dazu mit einem Präsidenten, der im April gehen will, und einem Chief Executive, den viele Italiener als Verlegenheitslösung sehen.

          Realistischer erscheint dagegen nun ein Szenario, in dem der scheidende Fiat-Präsident Paolo Fresco noch vor seinem Abgang im Frühjahr mit General Motors eine Lösung aushandelt. Die Amerikaner müßten dann entweder sofort die Autosparte von Fiat übernehmen oder aber eine Entschädigung dafür bieten, dass sie die Übernahme vertagen oder gar völlig aus ihrer Verpflichtung zum Kauf entlassen werden.

          Fiat-Investor Colaninno ist kein Autonarr

          Für einen solchen Fall brauchen die Agnellis neue Partner, möglichst aus der italienischen Unternehmerschaft. Roberto Colaninno, früher Chef von Olivetti, Sieger einer Übernahmeschlacht um Telecom Italia, seit dem Verkauf im Sommer 2001 auf der Suche nach neuen Investitionsobjekten, steht im Mittelpunkt der Spekulationen. Wenn Colaninno kommt, will er jedoch alleine regieren.

          Die Aussichten von Fiat würden sich allerdings auch unter Führung von Colaninno nicht schlagartig bessern. Zum einen ist Colaninno kein Autonarr wie etwa Ferdinand Piëch, sondern ein kühl rechnender Finanzinvestor. Zum anderen zeigen seine zwei Jahre bei Telecom Italia, dass er Schwierigkeiten im Umgang mit einem weitverästelten Konzern hat. Nahezu erfolglos war der ehemalige Telecom-Chef Colaninno im Umgang mit den Gewerkschaften, die sich gerade bei Fiat gegen jeglichen Personalabbau stemmen.

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