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Fernseh-Übertragungsrechte : Die Telekom verliert das Fußball-Milliardenspiel

Sky bezahlt überraschend viel für die Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Bild: dpa

Im Poker um die Medienrechte für die Fußball-Bundesliga ist die Telekom leer ausgegangen. Sky Deutschland hat sich nicht nur die Lizenzen für Live-Übertragungen im Bezahlfernsehen gesichert, sondern der Telekom völlig überraschend auch die Rechte für die Übertragung im Internet und über Mobilfunk abgenommen.

          Der Bezahlsender Sky Deutschland ist als Sieger aus dem Ringen um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga hervorgegangen. Der Sky-Aktienkurs schoss um bis zu 15 Prozent auf 2,30 Euro in die Höhe. Analysten von Morgan Stanley hatten vor Wochen das Unternehmen ohne Bundesliga-Rechte auf einen fairen Wert von 22 Cent je Aktie taxiert.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die Telekom zeigte sich enttäuscht. „Wir sind bis an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen“, sagte Telekom-Marketingchef Christian Illek. Der Bonner Konzern wollte die Pay-TV-Rechte für sämtliche Übertragungswege erwerben und anschließend weiterverkaufen. Nun ist er für die Verbreitung seines Fußballprogramms „Liga Total“ vom Sommer kommenden Jahres an darauf angewiesen, dass ihm der Konkurrent Sky die erforderlichen Lizenzen überlässt. Man sei zuversichtlich, mit Sky zu einer „kommerziellen Lösung“ zu kommen, sagte Illek. Sky-Chef Brian Sullivan signalisierte am Dienstag sein Entgegenkommen.

          Im frei empfangbaren Fernsehen bleibt alles beim Alten

          Die ARD kann ihre „Sportschau“ am Samstag im gewohnten Format ausstrahlen; ebenso behält sie ihre Rechte für die Sonntagsspiele. Das ZDF wiederum sicherte sich Lizenzen für das „Sportstudio“ und Sport 1 die morgendlichen Sonntagszusammenfassungen plus ein Zweitliga-Spiel am Montagabend. Insgesamt werden die Rechte von der Saison 2013/14 Jahre unter fünf Verwertern aufgeteilt, der fünfte ist Axel Springer, der Bewegtbilder erworben hat. Der Ligaverband DFL erlöst die Rekordsumme von 2,5 Milliarden Euro.

          Dass die Deutsche Telekom so früh ihr Interesse an denselben Rechtepaketen signalisiert hatte wie Sky, trieb den Preis nach oben. Der Bezahlsender stockte sein Angebot gegenüber der vorherigen Ausschreibung von durchschnittlich 275 Millionen Euro deutlich auf 485,7 Millionen Euro auf. Denn für das Unternehmen von Großaktionär Rupert Murdoch ging es einerseits um die Existenz, andererseits auch um künftige Rechtepakete für das Internetfernsehen und das mobile Internet. Hinzu kommt der Erwerb der 2. Bundesliga. Sky wird nach Aussage eines Unternehmenssprechers nun zu einem „Multi-Plattform-Anbieter“. Denkbar ist demnach, dass Sky von der übernächsten Saison an seinen Kunden zusätzliche Abonnements anbietet: Bundesliga-Fußball live auf dem iPhone etwa wäre ein solches Angebot, um den hohen Kaufpreis refinanzieren zu können.

          Aber auch die Telekom hält an ihrem Plan fest, Fußball in Zukunft über sämtliche technische Plattformen anbieten zu können. Ihr Hauptaugenmerk gilt dabei zunächst den Rechten für Satellit und Internetfernsehen (IPTV), um Abonnenten ihres IPTV-Angebots „Entertain“ weiter mit Fußball versorgen zu können. „Liga Total“ ist eines der Zugpferde: Von den rund 1,6 Millionen Kunden hat gut ein Zehntel das kostenpflichtige Fußballprogramm gebucht. Bisher ist es nur über Internet zu empfangen. Die wachsende Zahl von Kunden, welche die Telekom mit „Entertain“ über Satellit versorgt, kann der Konzern nicht mit Fußball bedienen, weil ihm die entsprechenden Rechte fehlen. Der Versuch, diese Lücke zu schließen und so die Vermarktungschancen zu verbessern, war einer der Gründe, warum sich die Telekom auf das Wettbieten mit Sky einließ.

          Dahinter steht der ehrgeizige Plan, den Konzern bis 2013 zum „Marktführer im deutschen Pay-TV“ zu machen. Wie es mit „Liga Total“ weitergeht, ist ungewiss. Ohne eigene Übertragungsrechte werde das Programm nicht in der bisherigen Form weiterbestehen können, sagte Illek.

          Sky-Chef Brian Sullivan steht bei seinen Aktionären im Wort, den positiven Ergebnistrend in diesem Jahr fortzuschreiben und 2013 erstmals einen operativen Gewinn zu erzielen. Der Kurs der Sky-Aktie im M-Dax hat diese Woche in zwei Tagen um mehr als 40 Prozent zugelegt.

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