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Ferieninseln : Asiens Mallorcas öffnen unter Schmerzen

Ankunft am Flughafen in Phuket an diesem Donnerstag Bild: AFP

Die Inseln Asiens brauchen dringend Gäste. Phuket empfängt ab heute wieder einige wenige Touristen. Bali dagegen muss die geplant Öffnung schon wieder verschieben.

          3 Min.

          Die weltweit bekannten Ferienparadiese Südostasiens stemmen sich gegen die Folgen von Corona, aber es fällt ihnen schwer. Die thailändische Insel Phuket empfängt ab diesem Donnerstag erste wenige Gäste. Das indonesische Bali aber musste seine geplante Öffnung schon wieder verschieben. Weltweit koste der Ausfall des Tourismus in diesem und dem vergangenen Jahr mehr als 4 Billionen Dollar – in etwa die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands. Erst 2023 werde die Welt wieder Ströme von Reisenden sehen wie zuletzt 2019, warnte die Konferenz für Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen (Unctad) gerade. Weltweit sei die Rate der nicht ausgebildeten Arbeitslosen durch den Zusammenbruch des Tourismus im Durchschnitt um 5,5 Prozent gestiegen.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Das sind die Gründe, warum das thailändische Eiland ausgerechnet zu dem Zeitpunkt die Öffnung probiert, an dem das Königreich die höchste Sterberate an Corona ausweist. Geplant ist ein sogenannter „Sandkasten“ – ein Modebegriff für das Ausprobieren in einem abgezirkelten Sektor, in diesem Fall Phuket. Voraussetzung für die Einreise ist die Impfung gegen Corona. Was aber heißt das?

          Impfbestätigungen lassen sich gerade in Asien auf dem Schwarzmarkt kaufen. Und der gut organisierte Stadtstaat Singapur erkennt etwa den chinesischen Sinovac-Impfstoff offiziell nicht an und verlangt trotz der Impfung mit ihm Corona-Tests. In Phuket aber wird er von den Thais akzeptiert. In der Königsstadt Bangkok grassiert derweil die indische Delta-Variante; die Regierung hat einen Lockdown über die Metropole verhängt. Phuket ist 680 Kilometer von Bangkok entfernt.

          „Wir müssen erst schauen, wo wir bei der jüngsten Welle nun stehen“

          Vier Flüge sollen am ersten Tag der Öffnung rund 250 Gäste nach Ko Phuket bringen. In guten Jahren empfängt Thailand 40 Millionen Touristen. Sie steuern fast ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft Südostasiens bei. Um die Insel nun versuchsweise zu öffnen, wurden rund zwei Drittel der Menschen dort gegen Corona geimpft. Die meisten von ihnen leben von den Urlaubern, die oft für lange Zeit in der Sonne bleiben. Nun aber sind mehr als 80 Prozent der Hotels geschlossen, fast alle Massagesalons und Puffs hinter Patong Beach und viele Restaurants. Wer die Insel in Richtung Festland verlassen will, muss zuvor mindestens 14 Tage dort geblieben sein und in dieser Zeit drei Corona-Tests abgeliefert haben. Sollte die Zahl der Infizierten auf Phuket wieder auf mehr als 90 in einer Woche steigen, wird die Insel wieder in den Dornröschenschlaf versetzt werden.

          Dort bleibt Bali bis auf Weiteres. „Wir wollten Ende Juli öffnen, vielleicht Anfang August, aber wir müssen erst schauen, wo wir bei der jüngsten Welle nun stehen“, sagte Sandiaga Uno, der indonesische Minister für Tourismus und Kreativwirtschaft. Einen Zeitpunkt nannte er im Gespräch mit der Agentur Reuters nicht. Offiziell zählt die Insel in diesen Tagen mehr als 200 neue Fälle täglich. Uno erklärte, er warte zumindest darauf, dass die Fallzahl auf etwa 30 bis 40 Neuinfektionen sinke.

          Digitale Nomaden im Visier

          Indonesien wird derzeit von einer weiteren Welle der Pandemie in die Knie gezwungen. Die wahren Zahlen kennt niemand; selbst auf Bali liegt die Testrate nur bei 15 Prozent des Minimums, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Dabei ergeht es der hinduistischen Insel deutlich besser als den Hauptinseln Java und Sumatra: Während dort die Krankenhauskapazitäten voll ausgeschöpft sind, kommen die Behörden auf Bali noch mit dem Ausbruch zurecht. Denn in der Hoffnung auf eine frühe Öffnung wurden viele Einwohner schon geimpft. Ende Juli soll deren Zahl auf 70 Prozent der Inselbewohner steigen. Damit die Pandemie nicht noch weiter um sich greift, müssen Indonesier, die nun schon nach Bali dürfen, einen Corona-Test vorweisen.

          Schon jetzt versucht Uno zudem, die digitalen Nomaden der Welt zu ködern: Seit Jahren überwintern sie gerne auf Bali und arbeiten unter der dortigen Sonne. Nun verspricht der Minister ihnen den Verzicht auf jedwede Einkommenssteuer, schafften sie ausschließlich für eine Firma in Übersee.

          Dabei ist es allein schon schwierig für das klassische Publikum der Inseln, sie zu erreichen. Der Flugverkehr etwa aus den Metropolen Singapur oder Bangkok bleibt eingeschränkt. Der Stadtstaat Singapur verdonnert zudem die meisten seiner Rückkehrer dazu, zwei Wochen zu hohen Preisen in Quarantäne in einem Hotelzimmer abzusitzen – in der Regel, ohne ein Fenster öffnen zu können und mit oft dürftigem Essen. Australien lässt seine eigenen Bürger, die gerade aus Westaustralien kommend das klassische Klientel für Bali waren, nicht einmal aus dem Land ausreisen.

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