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Ferienhaus : Vorsicht beim Hauskauf in Frankreich

  • -Aktualisiert am

Verlockend: ein eigenes Refugium in Frankreich Bild: IMAGO

Ein altes Bauernhaus in der Provence, eine Ferienwohnung an der Côte d’Azur - Immobilien in Frankreich sind bei Deutschen beliebt. Doch kaufen sollte nur, wer gut informiert ist

          Die Stimmung an der Côte d’Azur war traumhaft, Sommer, Sonne und Erholung pur. Da fiel es dem pfiffigen Immobilienmakler leicht, die junge Familie vom Kauf ihrer Ferienwohnung zu überzeugen. Meerblick und Privatstrand, sogar mit dem Billigflieger zu erreichen - was gibt es Schöneres?

          Zu Hause angekommen aber kehrte der Realitätssinn zurück. Zwei Schulkinder, vielbeschäftigte Eltern, eine pflegebedürftige Großmutter: „Eigentlich war klar, dass wir ein so weit entferntes Feriendomizil gar nicht wirklich nutzen konnten“, sagt Elke Haspen, die eigentlich anders heißt, heute. Die Hamburger waren erleichtert, mit dem Käufer nur einen kurzen Vorvertrag unterschrieben zu haben. Sie überlegten noch ein paar Tage - und entschieden, vom Kauf zurückzutreten. „Doch dann ging das Drama los“, erinnert sich Haspen mit Schrecken.

          Viele Unterschiede zu Deutschland

          Denn beim Immobilienkauf in Frankreich gilt der Vorvertrag als „gegenseitiges Verkaufsverspechen“ und ist damit bindend, erklärt Armin Vigier, Anwalt in München und spezialisiert auf französisches Immobilienrecht. Um sich zum Erwerb einer Immobilie zu verpflichten, braucht es weder die in Deutschland vorgeschriebene notarielle Beurkundung noch den Eintrag in das Grundbuch.

          Zwar gibt es ein siebentägiges Rücktrittsrecht. Ist diese Frist jedoch verstrichen, ist der Kauf rechtsgültig. Der spätere Beurkundungstermin beim Notar dient nur zum Vollzug des Vorvertrages, zur Abwicklung der Zahlung und Abführung der Steuern.

          Für die junge Familie war dies ein Schock. Fachmann Vigier dagegen kennt viele Geschichten wie diese. Seine Erfahrung: Deutsche Immobilienkäufer in Frankreich gehen oft davon aus, dass im Nachbarland ähnliche Gesetze gelten wie zu Hause. Tatsächlich gibt es aber auf vielen Rechtsgebieten deutliche Unterschiede zwischen beiden Ländern. Ganz besonders deutlich wird dies beim Umgang mit Immobilien

          Die Rechtsverbindlichkeit von privaten Vorverträgen ist dabei vielleicht die gravierendste Differenz, aber keineswegs die einzige. Deutliche Abweichungen gibt es auch bei der Besteuerung, beim Verbraucherschutz und - zumindest derzeit noch - auch beim Erbrecht.

          Die Rolle des Maklers

          Doch was heißt das konkret? Wie müssen Erwerber vorgehen, auf welche Fallstricke müssen sie achten? „Rechtzeitig juristische Beratung einholen!“, lautet der eindeutige Rat von Christian Tiriou, Projektleiter beim Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. in Kehl, „und das möglichst auf Deutsch“. Der von Deutschland, Frankreich und der EU geförderte Verein hat die Aufgabe, Verbraucher in grenzüberschreitenden Angelegenheiten zu beraten.

          Vorverträge werden im Nachbarland oft mit Hilfe von Maklern ausgehandelt, Tiriou rät jedoch, bereits hier einen Notar hinzuziehen, und zwar einen, der dem Käufer verpflichtet ist. Es ist in Frankreich erlaubt und verteuert den Verkauf nicht, dass jede Partei einen eigenen Notar wählt. Deutschen Käufern kommt dabei zugute, dass französische Notare grundsätzlich landesweit tätig werden dürfen. Das heißt: Auch wer in der Provence kauft, kann einen Notar aus dem Elsass hinzuziehen. Eine Liste deutschsprachiger Notare gibt es beim deutschen Generalkonsulat Straßburg.

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