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Nach Fed-Zinssenkung : Japans Notenbank lockert ihre Geldpolitik nicht

Stapelweise 10.000-Yen-Banknoten (Symbolbild) Bild: EPA

Die amerikanische Federal Reserve und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten in den vergangenen Tagen ihre Geldpolitik gelockert. Doch die Bank von Japan griff am Donnerstag die Vorlage aus dem Westen nicht auf. Noch nicht.

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          Am Tag nach der Zinssenkung in den Vereinigten Staaten hat die Bank von Japan getagt und ihre Geldpolitik nicht verändert. Die Zentralbank will weiter versuchen, den kurzfristigen Einlagenzins der Geschäftsbanken bei ihr bei minus 0,1 Prozent zu halten und den Zehnjahreszinssatz um null Prozent zu fixieren. Auch die Ankäufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren will die Bank von Japan im bisherigen Umfang beibehalten.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die geldpolitische Ruhe der japanischen Notenbank folgte auf Spekulationen, dass die Bank von Japan sich dem Vorbild der amerikanischen und der europäischen Zentralbank anschließen und ihre Geldpolitik abermals lockern könne. Die amerikanische Federal Reserve hatte am Mittwoch den Leitzins zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten gesenkt. Vergangene Woche hatte die Europäische Zentralbank die quantitative Lockerung wieder aufgenommen.

          Risiken werden wohl größer

          Doch der geldpolitische Rat um Gouverneur Haruhiko Kuroda hielt sich alle Optionen offen. Die wirtschaftlichen Risiken in ausländischen Volkswirtschaften schienen größer zu werden, schreibt die Bank in ihrer geldpolitischen Stellungnahme. Sie kündigte an, die Möglichkeit stärker ins Auge zu fassen, dass das Momentum in der japanischen Wirtschaft hin zur Erlangung des Preisstabilitätsziels verloren gehen könne. Bei der nächsten Sitzung Ende Oktober will die Zentralbank deshalb ausdrücklich die wirtschaftlichen und die Preisentwicklung näher analysieren. Dann wird die Bank von Japan auch besser beurteilen können, welche Schäden die Erhöhung der Verkaufssteuer von acht auf zehn Prozent zum 1. Oktober in der Wirtschaft verursacht hat.

          Bislang begründet die Bank von Japan ihr Stillhalten damit, dass die japanische Wirtschaft trotz der schwierigen Lage im Auslandsgeschäft weiter einem moderaten Expansionstrend folge. Auf mittlere Sicht erwarten die meisten Mitglieder des geldpolitischen Rates, dass die Inflationsrate von zuletzt rund 0,5 Prozent die Zielmarke von zwei Prozent erreichen werde. Das Wirtschaftswachstum in Japan betrug im Zeitraum von April bis Juni 0,3 Prozent und war damit schwächer als im ersten Quartal des Jahres mit 0,5 Prozent.

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