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FAZ.NET-Spezial : Globale Wirtschaft und Krieg

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Die Zerstörung in New York hinterlässt auch Spuren in der Wirtschaft Bild: dpa

Welche wirtschaftlichen Konsequenzen hatten die Anschläge in den USA, wie wirkt sich der nun begonnene Gegenschlag ökonomisch aus? FAZ.NET-Dossier

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          Die USA haben den militärischen Gegenschlag in Afghanistan eingeleitet. Für die Konjunkturaussichten und die Entwicklung der Aktienmärkte bedeutet das noch mehr Unsicherheit. Schon die Terroranschläge am 11. September kamen zu einer Zeit, als die Weltwirtschaft am Rande einer Rezession stand. Viele Beobachter befürchten nun, dass sich mit den Militärschlägen die Chancen einer baldigen konjunkturellen Erholung verschlechtert haben.

          Nachdem sich der Staub der eingestürzten Zwillingstürme so allmählich gelegt hat, wird das gesamte Ausmaß der Schäden sichtbar. Grobe Schätzungen gehen von Kosten der Terroranschläge und ihrer Folgen von über 200 Milliarden Mark aus. Denn die Attentate haben nicht nur die wichtigste Metropole des weltweiten Kapitalismus gelähmt - New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani geht von Steuerausfällen in Höhe von einer Milliarde Dollar allein im laufenden Steuerjahr aus - sondern auch etliche Branchen in große Schwierigkeiten gebracht.

          Schnell war klar, dass sowohl die Versicherungsbranche als auch die Luftfahrtindustrie zu den großen Verlierern der Tragödie gehören. Viele Unternehmen dieser Branchen werden in die roten Zahlen driften, zusätzliche Entlassungen dürften unvermeidbar sein, einige Firmen haben schon ganz dicht gemacht.

          Dass Amerikas Wirtschaft im laufenden Quartal schrumpfen wird, gilt mittlerweile als fast sicher. Die Frage ist eher, wann setzt die seit langem sehnlichst erwartete Erholung ein? Vieles hängt von der Entwicklung des Verbrauchervertrauens ab - also ob die Amerikaner durch die Anschläge so weit verunsichert sind, dass eine regelrechte „Konsumangst“ umgeht, wie einige Beobachter befürchten. Diese Angst könnte sich nun verstärken, denn die Drohungen von Osama bin Ladin sind ernst zu nehmen: Weitere terroristische Anschläge sind, und das haben alle verantwortlichen Regierungschefs auch eingeräumt, möglich.

          Die Weltwirtschaft steht vor einer Rezession, soviel kann man sagen. Sie wäre womöglich auch ohne die aktuelle politisch-militärische Krise gekommen. Doch ist es nun so, dass der Kampf gegen den Terrorismus alles andere überlagert. Konjunkturprogramme, eine Erhöhung der Geldmenge, Zinssenkungen, Steuersenkungen - solche Rezepte mögen vielleicht in berechenbareren Zeiten zur Konjunkturankurbelung taugen. Doch Normalität ist gerade das, was derzeit nicht vorliegt.

          FAZ.NET präsentiert auf dieser Seite Analysen und Hintergründe zu den Auswirkungen der Terroranschläge und der US-Gegenschläge auf Wirtschaft und Finanzmärkte.

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