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FAZ.NET-Spezial: Die Frauenfalle : Frauen zwischen Kind und Karriere

Friederike von Bünau
          2 Min.

          Es waren lange Tage und kurze Nächte in London und Frankfurt, wenn eine Aktienemission auf der Agenda stand. „Alles ist möglich und morgen ist es fertig.“ Diesen Satz hat die ehemalige Investmentbankerin Friederike von Bünau aus jener Zeit herübergerettet. Dann kam das erste Kind, später das zweite. Wir reden von einer klugen Frau. Und gut ausgebildet ist sie auch: Lehre und Vorstandsassistenz bei der Lufthansa, Betriebswirtschaftsstudium in Frankfurt und London.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Sie hat nach dem Studium schnell Fuß gefasst im Investmentbanking der Deutschen Bank. Das war 1999, als es an den Börsen hoch herging und der Zauber des Internet noch nicht verflogen war. Bünau und ihre Mitstreiter plazierten Aktien, damit der Post oder EMTV das Geld nicht ausging. Das erste Kind änderte ihr Leben. Ihr Chef hat damals gesagt, dass die Schwangerschaft jetzt doch etwas ungünstig käme, standen doch die nächsten Karriereschritte an. Im Juni 2002 begann Bünau ihren Erziehungsurlaub, der vier Jahre dauern sollte. Und sie war sich klar, dass ihre Karriere als Investmentbankerin damit zu Ende war.

          Souveränität über die eigene Zeit ist ein Luxus

          Eine Diskussion, ob sie oder ihr Mann, Anwalt in einer Großkanzlei, Babypause macht, gab es nicht. Sie fand, dass sie es sich nach Jahren harter Arbeit einmal gut gehen lassen durfte, und Fachgespräche über Investor-Relations-Strategien hatten für sie ein bisschen an Reiz eingebüßt. „Ich wollte mehr.“ Investmentbanking, so wie sie es betrieben hat, funktionierte nicht als Teilzeitprojekt. Börsenaspiranten und Kapitalmärkte diktieren Termine ohne Rücksicht auf familiäre Bedürfnisse. Sie hatte große Freude daran, in dieser Zeit für die Kinder, die inzwischen sechs und acht Jahre alt sind, da zu sein. Von 2005 an begann Friederike von Bünau, eine Teilzeitarbeit zu suchen, sie sollte anspruchsvoll sein, ihr Souveränität über ihre Zeit erlauben. Zur Bank wollte sie nicht zurück. Sie machte allerdings die Erfahrung, dass die Rückkehr in den Beruf nicht leicht ist: „Die Arbeitgeber warten nicht.“

          Doch dann fand sich eine Stelle, die heute wie zugeschnitten auf Bünaus Bedürfnisse wirkt. Sie übernahm die Geschäftsführung einer Stiftung der Evangelischen Kirche Hessen Nassau, die sich zum Ziel gesetzt hat, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eliten im Großraum Frankfurt wieder für Religion zurückzugewinnen. Es ist eine Arbeit, für die sie „ehrliche Begeisterung“ empfindet, ebenso wie für den Job als Mutter. „Aber es ist ein Spagat, wenn man beiden Rollen gerecht werden will.“ Sie arbeitet 25 Stunden in der Woche, dazu kommen gelegentlich Veranstaltungen, meistens am Abend. Die Kinder sind in der Schule und bleiben meistens bis 15 Uhr im Hort, gelegentlich helfen Bekannte bei der Betreuung. Wenn ein Kind krank ist und zum Arzt muss, dann erledigt sie ihren Job eben abends. Ihr Mann kommt meistens spät, seine Termine bestimmen Mandanten. „Zeitsouveränität ist eben ein Luxus“, sagt Bünau. WINAND VON PETERSDORFF-CAMPEN

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