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FAZ.NET-Orakel : Machtwechsel mit Ansage

Fast genau auf den Punkt: Die Händler der FAZ.NET-Prognosebörse sagten der SPD von Hannelore Kraft 31,4 Prozent voraus – und trafen mit nur 0,2 Prozentpunkten Abweichung fast genau. Bild: dpa

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          Die Stimmung war auf dem Nullpunkt bei der Wahlparty der Sozialdemokraten in Düsseldorf. Keine halbe Stunde nach Bekanntgabe der ersten Prognose trat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) von all ihren Ämtern zurück. Ihr siegreicher Herausforderer Armin Laschet (CDU) ließ sich derweil feiern. Nur um sein Direktmandat im Aachener Wahlkreis 2 musste er bis spät in die Nacht noch bangen. Doch auch das gewann er schlussendlich mit 35,8 Prozent der Stimmen. Seine SPD-Konkurrentin Daniela Jansen war mit 34,9 Prozent aber deutlich näher an Laschet dran, als ihre Partei an den Christdemokraten. Mit 33 Prozent verbuchten diese einen klaren Sieg. Nur 31,2 Prozent der Stimmen in der früheren Bastion der Sozialdemokratie sind für die SPD dagegen eine herbe Schlappe.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Desaster für die Sozialdemokraten hat sich in den Tagen vor der Wahl auch auf dem FAZ.NET-Orakel angedeutet. Der Kurs der SPD stand noch am 4. Mai bei etwa 34 Prozent. Am Dienstag vor der Wahl (9. Mai) war dieser Vorsprung schon passe und die SPD lag in etwa gleichauf mit der CDU, was bis zum Vorabend der Wahl so bleiben sollte: 31,4 Prozent sagten die Orakel-Händler den Sozialdemokraten voraus. Damit haben die Händler das schwache Abschneiden der SPD fast auf den Punkt genau korrekt prognostiziert.

          Etwas zu tief lagen die Händer allerdings bei der CDU: Die gesamte vergangene Woche pendelte die Prognose für die Christdemokraten zwischen 30 und 32 Prozent, am letzten Handelstag, dem Samstag vor der Wahl, waren es dann 31,1 Prozent. Dass die Orakel-Teilnehmer den Machtwechsel aber auf dem Zettel hatten, zeigt der Blick auf letzteren: Die Wahrscheinlichkeit, dass Laschet Hannelore Kraft ablösen werde, bezifferten sie am Tag vor der Wahl auf 48 Prozent, während die Prognose für eine weitere Amtszeit für Kraft nur bei 42 Prozent lag.

          Wahl in Nordrhein-Westfalen

          Ergebnisse im Detail

          Fast noch überschwänglicher als bei der CDU wurde am Sonntagabend in den Reihen der FDP das Wahlergebnis bejubelt. 12,6 Prozent holten die Liberalen am Ende. Für die Händler auf dem Orakel kam der Triumph indes nicht überraschend. Sie hatten ihn auf den Punkt genau vorhergesagt. Auch der Aufschwung der Liberalen um Spitzenmann Christian Lindner lässt sich an der Entwicklung des Kurses der FDP-Aktie ablesen. Stand sie bis Ende April immer bei gut 10 Prozent, ging es seitdem kontinuierlich nach oben. Womöglich kommt es nun sogar zu der Neuauflage einer Schwarz-Gelben Regierung. Eine Mehrheit im Landtag hätten CDU und FDP jedenfalls.

          Auch Grüne ziemlich genau vorausgesagt

          Über Koalitionen denkt bei den Grünen indes niemand nach. Nur 6,4 Prozent der Stimmen erhielt der Junior-Partner von Hannelore Kraft. Allzu viel mehr hatten die Händler der Partei auch nicht zugetraut: 6,7 Prozent lautete die Prognose am Abend vor der Wahl.

          Der turbulente AfD-Parteitag in Köln, der mit einer Niederlage für Frauke Petry und ihren Ehemann und NRW-Spitzenkandidaten Marcus Pretzell endete, hatte die Prognose der Händler kaum beeinflusst. Noch bis zum 7. Mai erwarteten die Orakel-Teilnehmer ein Ergebnis von gut 11 Prozent der Stimmen. In den folgenden Tagen sackte der Kurs allerdings immer weiter ab. Am Samstagabend stand er dann bei 8,3 Prozent, womit die Händler die Rechtspopulisten aber immer noch leicht überschätzten. 7,4 Prozent der Stimmen konnte die Partei am Ende auf sich vereinigen.

          Mehr als 5000 Transaktionen auf den Märkten

          Die Linke dagegen hat abermals den Einzug in den Düsseldorfer Landtag verpasst. Mit 4,9 Prozent der Stimmen scheiterte sie denkbar knapp. Ein enges Ergebnis, aber mit 5,4 Prozent eben doch eines über der Fünf-Prozent-Hürde, hatten auch die Orakel-Händler erwartet. Dass sie 2,4 Prozent dazu gewannen im Vergleich zur letzten Landtagswahl dürfte nur ein schwacher Trost für die Partei sein.

          Drei Landtagswahlen haben nun stattgefunden, seit Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist. Drei Mal mussten die Sozialdemokraten sich Merkels CDU geschlagen geben. Vom Hype um den im Internet schon als „Gottkanzler“ gefeierten Schulz ist nichts mehr übrig. Die Aussichten auf einen Machtwechsel in Berlin sind aktuell wohl äußerst gering. Das sehen auch die Orakel-Händler so. Am Montag nach der NRW-Wahl sprang der Kurs der Merkel-Aktie um satte sechs Prozent nach oben. Die Siegchance für Merkel liegt damit nun bei 81 Prozent. 3537 Transaktionen gab es auf dem Markt zur Landtagswahl und nochmal 1550 auf dem Ministerpräsidenten-Markt.

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