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Faule Immobilienkredite : Niederlande verstaatlichen Finanzkonzern SNS Reaal

  • Aktualisiert am

Ein Geldautomat der SNS Bank in Amsterdam. Bild: AP

Das niederländische Finanzunternehmen SNS Reaal musste bereits 2008 vom Staat gestützt werden. Jetzt verstaatlichen die Niederlande den Konzern mit Bank und Versicherung, das kostet rund 3,7 Milliarden Euro. Von Systemrelevanz ist die Rede.

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          Die Niederlande wollen das kleinste ihrer als systemrelevant geltenden Finanzunternehmen SNS Reaal verstaatlichen. Dies werde insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten, sagte der Finanzminister des Landes, Jeroen Dijsselbloem, am Freitag.  Er ist seit kurzem auch Euro-Gruppenchef.

          Der angeschlagene Finanzkonzern solle eine Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bekommen. Zusätzlich seien Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden Euro und Bürgschaften von fünf Milliarden vorgesehen. Die Rettung werde die Haushaltslage dieses Jahr entsprechend verschlechtern.

          SNS ist der viertgrößte Allfinanzkonzern der Niederlande, der seinen Kunden Bank- und Versicherungsprodukte anbietet. Das Unternehmen hatte bereits 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 750 Millionen Euro vom Staat erhalten und hat das Geld bislang noch nicht zurückgezahlt. Seit Mai 2007 war der Aktienkurs der Bank um 95 Prozent eingebrochen. Allein im laufenden Jahr ging es um 18 Prozent nach unten.

          Hohe Abschreibungen auf Immobilienkredite

          Jetzt leidet der Konzern unter Verlusten aus seinem Immobilien-Engagement. Faule Immobilienkredite haben große Teile des Kapitals aufgezehrt. Laut Dijsselbloem steht das Haus vor Abschreibungen von 2,4 bis 3,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das gesamte Engagement in der Immobilienfinanzierung belief sich zuletzt auf knapp zehn Milliarden Euro. Seit Monaten hat SNS vergeblich versucht, Firmenteile zu verkaufen und seine Refinanzierungssituation zu verbessern.

          Nachdem Gespräche mit privaten Investoren für die SNS Reaal gescheitert seien, hat sich das niederländische Finanzministerium zur Verstaatlichung entschlossen.

          Ende Januar war eine Frist für SNS abgelaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte die Bank einen Rettungsplan vorlegen müssen. Faule Immobilienkredite hatten große Teile ihres Kapitals aufgezehrt.

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