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Studie zur Familienpolitik : So plump rechnet Unicef

Für Unicef ist die Sache klar: Je mehr Kinder in der Kita sind, desto familienfreundlicher ist das Land. Bild: dpa

„Deutschland ist Sechster bei der Familienfreundlichkeit“ – so steht es in einem neuen Unicef-Ranking, so steht es heute in vielen Medien. Leider taugt die Studie des Kinderhilfswerks wenig bis nichts. Eine Analyse.

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          „Deutschland gehört zu den familienfreundlichsten Ländern der Welt“, drang es heute morgen aus dem Radio. „Deutschland im Unicef-Ranking: Sechster bei der Familienfreundlichkeit“, verkünden auch Tagesschau.de und diverse andere Medien. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich. Ausgerechnet Deutschland mit seiner Geburtenrate von statistisch gerade einmal 1,59 Kindern je Frau soll derart familienfreundlich sein? Gibt es in Berlin, Leipzig oder Witten etwa keine Elterndemonstrationen wegen zu weniger Betreuungsplätze? Sind die Hartz-IV-Regelsätze mit beispielsweise 44,85 Euro monatlich für Schuhe und Kleidung für ein zehnjähriges Kind nicht extrem niedrig angesetzt?

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Wer sich die Mühe macht, nach der Studie im Original zu suchen, erfährt ebenfalls Erstaunliches. Unicef-Deutschland etwa hat die Studie nicht auf ihrer Internetseite und hat auch keine Meldung dazu auf ihrem deutschen Internetauftritt. Auf Nachfrage heißt es, dass man sich „aus internen Gründen“ dagegen entschieden habe, die Studie zu übersetzen oder sie auf die eigenen Seiten zu stellen. Welche Gründe das sind, will eine Sprecherin nicht sagen. Immerhin verschickt sie einen Link zur Studie, die den Titel trägt „Are the world's richest countries family friendly?“ (auf deutsch: „Sind die reichsten Staaten der Welt familienfreundlich?“).

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