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Familienpolitik : Frauen in der Falle

Ursula von der Leyen und Kristina Schröder wollen Teilzeitbeschäftigten einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit gewähren. Gut, dass sich die Kanzlerin den Vorschlag nicht zu eigen macht!

          Kanzlerin Angela Merkel wirbt vor Arbeitgebern und Gewerkschaften für ein familienfreundlicheres Arbeitsleben. Anders als ihre Ministerinnen für Arbeit und Familie, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder, macht sie sich jedoch nicht den SPD-Vorschlag zu eigen, Teilzeitbeschäftigten einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit zu gewähren.

          Leyen und Schröder wollen damit (nach der Wahl) Mütter „aus der Teilzeitfalle“ holen. Doch neuer Zwang führt nicht ans Ziel. Zwar müssen Betriebe heute damit rechnen, dass sich nicht nur Mütter, sondern auch Väter nach der Geburt ihres Kindes einige Monate aus dem Job verabschieden. Teilzeit auf Dauer ist aber immer noch ein Modell für Frauen, die Beruf und Familie zu vereinbaren versuchen. Für Unternehmen würde ein Recht auf Vollzeit die Personalplanung erschweren.

          Eine neue Regulierung könnte so das Gegenteil des Gutgemeinten bewirken - zum Nachteil der Frauen. Nicht Regulierung tut Not, sondern ein neues Selbstverständnis. Im öffentlichen Dienst können Teilzeitbeschäftigte doch auch Karriere machen. Es wird Zeit, dass sie in der Wirtschaft nicht mehr wie Arbeitnehmer minderer Güte behandelt werden.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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