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F.A.S. exklusiv : Familienministerin will weniger Gewinn für Pflegeheime

  • Aktualisiert am

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Bild: dpa

Bessere Betreuung und dafür weniger Profit – das wünscht sich Franziska Giffey von den Betreibern von Altenpflegeheimen. Einer Idee des Gesundheitsministers Jens Spahn kann sie wenig abgewinnen.

          Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Betreiber von Altenpflegeheimen dazu aufgefordert, zugunsten einer besseren Betreuung auf Gewinn zu verzichten. Die geplante Pflegereform werde „nicht einfach, weil man dabei auch Pfründe antasten muss“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). „Zum Beispiel, weil für die Betreiber von manchen Pflegeheimen weniger Gewinn übrigbleibt.“ Die Pflege müsse der Gesellschaft etwas wert sein. „Das wird auch etwas kosten. Da brauchen wir nicht drum herum zu reden.“

          Zugleich begrüßte die Ministerin, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag ihr Versprechen einlöst und in Paderborn einen Altenpfleger besucht, der sich in einer Fernsehdiskussion mit Merkel kritisch zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege geäußert hatte. Die Regierung wolle die Situation verbessern und dem Beruf ein besseres Ansehen verschaffen, sagte Giffey. „Ich hoffe, junge Menschen sagen in zehn Jahren: Das ist ein cooler Job – spannende Aufgaben, gutes Einkommen, faire Arbeitsbedingungen und die Zeit, sich wirklich Menschen zu widmen.“

          Zu den Plänen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), vor allem Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben, äußerte sich Giffey skeptisch. „Mein Fokus liegt im Inland“, sagte Giffey. „Wir müssen sehen, wie wir unsere eigenen Potentiale heben. Wir müssen auch bei den Migranten schauen, die schon im Land sind – mit Fortbildung, mit einer besseren Anerkennung von Berufsabschlüssen.“ Gemeinsam mit Gesundheitsminister Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte Giffey zuletzt eine „Konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen. Im Koalitionsvertrag ist unter anderem die Schaffung von Tausenden neuer Stellen für Fachkräfte in der Pflege vorgesehen.

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