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Fachkräftemangel : Der Wohnungsbau kommt nicht voran

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Baustelle in Leipzig Bild: dpa

Die Baugenehmigungen verharren auf dem Niveau des Vorjahres. Viele Wohnungen haben zwar eine Erlaubnis, werden aber nicht gebaut.

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          Die Zahl der Genehmigungen für den Bau neuer Wohnungen in Deutschland ist in den ersten zehn Monaten 2019 stagniert. Sie verharrte mit knapp 290.000 nahezu exakt auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Während die amtlichen Zusagen für Einfamilienhäuser um 1,4 Prozent zulegten, gab es sowohl bei Zweifamilienhäusern (-0,2 Prozent) als auch bei Mehrfamilienhäusern (-0,9) leichte Rückgänge.

          Die Experten der Förderbank KfW sehen darin kein Signal für einen Rückgang der Baufertigstellungen 2019 oder 2020. „Nach der amtlichen Statistik gibt es immer noch fast 700.000 Wohnungen, die noch nicht fertig gestellt sind“, sagte ihr Wohnungsmarkt-Fachmann Martin Müller. „Erfahrungsgemäß ist mit dem Abbau des Genehmigungsüberhangs in den nächsten Jahren zu rechnen.“ Allerdings dürften die Baufertigstellungen auch 2020 weit unter dem geschätzten Bedarf von 350.000 Wohnungen bleiben.

          “Eine Ursache dafür ist der Fachkräftemangel“, sagte Müller. So arbeiteten Ende der neunziger Jahre noch drei Millionen Erwerbstätige im Baugewerbe, heute seien es 400.000 weniger. „Ich vermute, dass viele Baubetriebe ihre Kapazitäten auch deshalb nicht stärker ausweiten, weil der Bauboom in einigen Jahren auslaufen dürfte“, so der KfW-Experte.

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