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Fachkräftemangel : Deutschland hat 500.000 offene Stellen in der MINT-Branche

  • -Aktualisiert am

Im Mint-Bereich noch immer eine Seltenheit: Eine junge Frau am Mikroskop. Bild: Patrick Hipp

So viele Ingenieure und Naturwissenschaftler fehlten in Deutschland im Oktober noch nie. Die Migration reicht nicht aus. Die Schulen liefern nicht genug Arbeitskräfte. Und es fehlen Frauen.

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          In Deutschland sind eine halbe Million Arbeitsplätze für Ingenieure und Naturwissenschaftler nicht besetzt. Im Oktober 2018 waren in MINT-Berufen 496.200 offene Stellen gemeldet. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten MINT-Herbstreport des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor. Insgesamt sind derzeit ungefähr 12 Millionen Personen mit einem MINT-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt tätig.

          Auch die Differenz zwischen offenen Stellen und nach Arbeit suchenden MINT-Fachkräften wird immer größer. Die lag im Oktober bei 337.900 Personen. Das ist der höchste Wert im Oktober, seit diese Arbeitskräftelücke gemessen wird. Damit liegt der Wert nur 300 Personen unter dem Allzeithoch im September dieses Jahres.

          Beschäftigte im MINT-Bereich haben fast immer Vollzeitstellen und sind selten befristet angestellt. Sie sind häufiger als in anderen Branchen in Führungspositionen beschäftigt und werden gut bezahlt. Die Bruttoeinkommen von 3300 Euro für ausgebildete Fachkräfte und über 5500 Euro für Experten liegen mehrere Hundert Euro über den Gehältern in anderen Branchen.

          Fachkräfte aus dem Ausland

          Neue MINT-Fachkräfte kommen aus dem Ausland. Der Anteil zugewanderter MINT-Kräfte an allen erwerbstätigen MINT-Kräften stieg im Zeitraum von 2011 bis 2016 sowohl unter den MINT-Akademikern als auch unter beruflich qualifizierten MINT-Kräften deutlich an. Etwa 1,9 Millionen zugewanderte Arbeitskräfte tragen somit rund 190 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Ohne Migration würde die Fachkräftelücke heute die 500.000 Marke überschreiten.

          Weitere Möglichkeiten, den Fachkräftemangel zu bekämpfen, sieht das Institut der deutschen Wirtschaft im Ausbau des Bildungssystems. Derzeit übersteige das Ausbildungsstellenangebot die Bewerberzahlen. Die Berufsorientierung an allen Schulformen müsse deshalb steigen. Auch eine Förderung der MINT-Kompetenzen von Schülern und Berufseinsteigern findet das Institut der deutschen Wirtschaft wichtig. Eine Stärkung des MINT-Profils, viele gut ausgebildete Lehrer und ein Ausbau der Digitalisierung an Schulen seien dafür notwendig.

          Frauen sind in MINT-Berufen weiterhin unterrepräsentiert. Im Jahr 2017 erwarben rund 30.900 Frauen an deutschen Hochschulen einen Erstabschluss in einem MINT-Fach. Nicht einmal jeder dritte Absolvent ist eine Frau. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit auf einem der letzten Plätze unter den Industriestaaten.

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