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Soziales Netzwerk : Facebook will Hass-Kommentare stoppen

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Die Flüchtlingsfrage wird auch in sozialen Netzwerken heiß diskutiert. Die Kommentare sind oft genug rassistisch oder fremdenfeindlich. Bild: dpa

Das soziale Netzwerk hat angekündigt, gegen sogenannte „Hater“ strikter vorzugehen. Facebook bleibt aber hinter den Erwartungen der Politik zurück.

          Nach heftiger Kritik an dem sozialen Netzwerk reagiert das Unternehmen kurz vor einem Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maas am Montagnachmittag und kündigt Maßnahmen an, „um geeignete Lösungen zu erarbeiten, um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu entgegen und dies auch online darzustellen.“ In der vergangenen Woche hatte vor allem ein Video der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt Aufsehen erregt. In dem kurzen Clip liest die Grünen-Chefin Kommentare vor, die sie als Reaktion auf Facebook-Posts erhalten hat.

          In den vergangenen Wochen waren immer mehr Berichte kursiert, dass Helfer, die sich für Flüchtlinge einsetzen, oder Politiker, die sich für das Thema engagieren, sich auf Facebook eine Hass-Welle ausgesetzt sehen. Zuletzt hatten immer mehr Politiker - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel - Facebook aufgefordert, etwas gegen diese Kommentare zu unternehmen. „Wenn Menschen unter ihrem Namen in den sozialen Netzwerken Volksverhetzung betreiben, muss nicht nur der Staat agieren, sondern auch das Unternehmen Facebook sollte gegen diese Parolen vorgehen“, sagte die Kanzlerin vergangene Woche der „Rheinischen Post“: „Die Regeln dazu hat Facebook, sie müssen angewandt werden.“

          Zwar betont das Netzwerk: „Die Gemeinschaftsstandards von Facebook verbieten bereits Hassrede gegen geschützte Gruppen und die Aufforderung zu Gewalt gegen andere.“ Doch die von Nutzern gemeldeten fremdenfeindlichen Kommentare bleiben oft online, statt gelöscht zu werden: „Wir haben den von Dir gemeldeten Beitrag geprüft und festgestellt, dass er nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt.“ Das Netzwerk will bei Entscheidungen über das Löschen von Inhalten auch das Gefahren-Potential in der realen Welt, die Frage der Meinungsfreiheit und die gesellschaftlichen Auswirkungen abwägen.

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