https://www.faz.net/-gqe-a8xhz

Facebook-Einigung : Nur Freunde auf Zeit

Den Kompromiss mit Australien hat Konzernchef Zuckerberg selbst ausgehandelt Bild: AFP

Australien und Facebook haben mit ihrer Einigung eine Eskalation im Streit um Medieninhalte verhindert. Doch der Kampf um Zähmung hat erst begonnen.

          1 Min.

          Die australische Regierung und der Internetkonzern Facebook haben mit ihrer Einigung verhindert, dass der Streit um die Bezahlung von Medieninhalten vollends eskaliert. Facebook hatte vergangene Woche aus Protest gegen ein geplantes Gesetz journalistische Inhalte von der Plattform verbannt und damit in bisher nicht gekannter Weise die Regierung eines souveränen Staates herausgefordert.

          Mag es die harsche Kritik gewesen sein, die der Digitalkonzern für diese obszöne Machtdemonstration geerntet hat, oder die Erkenntnis, dass sich Wettbewerber wie Google oder Microsoft im Dialog mit den Regulierern wesentlich geschmeidiger verhielten – Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich handelte den Kompromiss aus, der ihm nun mehr Zeit verspricht für Verhandlungen mit den Medienhäusern.

          Doch klar ist auch, dass Facebook künftig zahlen muss für fremde Inhalte, mit denen es eine Menge Geld verdient. Nicht nur bei den wackeren Australiern. Dort zeigen sich beide Seiten nun zufrieden, doch es könnte eine Freundschaft auf Zeit sein. Denn die Machtprobe „down under“ hat nicht nur in Australien eine Menge Porzellan zerschlagen. Und der Kampf um die Zähmung oder Zerschlagung der Tech-Giganten hat erst begonnen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkuliert hat

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.