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Die Methode : So ist die Rangliste der Ökonomen entstanden

Bild: dpa

Um zu Deutschlands wichtigsten Ökonomen zu gehören, muss man Resonanz vorweisen in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit, also Politik, Medien, Social Media.

          3 Min.

          Die Medien

          Das Medienanalyse-Unternehmen Unicepta hat für uns gezählt, wie häufig welche Ökonomen von August 2019 bis Juli 2020 in den Medien genannt wurden. Wer ist ein Ökonom? Das überließen wir den Medien. Berücksichtigt wurden Personen, die mindestens einmal als Ökonom, Wirtschaftsforscher oder ähnlich bezeichnet wurden. Die Daten stammen aus der Datenbank Factiva, die Online-Auftritte der Medien waren natürlich einbezogen – unabhängig davon, ob die Beiträge für alle Leser zugänglich waren oder nur für Abonnenten. Wortgleiche Beiträge wurden allerdings nicht doppelt gezählt.

          Patrick Bernau
          (bern.), Finanzen, Wirtschaft
          Maja Brankovic
          (maj.), Wirtschaft

          Die volle Liste der Medien: F.A.Z., F.A.S., Welt, Süddeutsche Zeitung, Tageszeitung, Bild, Handelsblatt, Capital, Manager Magazin, Wirtschaftswoche, Die Zeit, Focus, Spiegel, Welt am Sonntag, Bild am Sonntag, Tagesschau.de, n-tv.de und Businessinsider.de. Ausgewertet wurden mehr als 23.000 Zitate.

          Die Politik

          „Welche sind die Ökonominnen und Ökonomen (von Universitäten, Forschungsinstituten, Banken, Unternehmen etc.), deren Rat oder Publikationen Sie am meisten für Ihre Arbeit schätzen?“ Diese Frage stellten die Universität Düsseldorf, der Verein für wissenschaftliche Politikberatung Econwatch und die Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in einer Umfrage Parlamentariern und Führungskräften von Ministerien auf Bundes- und auch auf Landesebene. 109 Teilnehmer beteiligten sich an der Umfrage. Sie konnten bis zu fünf Namen nennen. Der Erstgenannte bekam fünf Punkte, der Fünftgenannte einen.

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          Die Tabelle : Deutschlands einflussreichste Ökonomen 2020

          Die sozialen Medien

          Die Webseite Makronom nimmt für diesen Anlass eine Sonderauswertung ihres regelmäßigen Twitter-Rankings vor – bezogen auf Tweets aus zwölf Monaten und beschränkt auf die Ökonomen, die an Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten. Um berücksichtigt zu werden, musste ein Ökonom durchschnittlich mindestens fünf eigene Tweets im Quartal veröffentlicht haben. Das betraf rund 350 Personen. Vier Teilwertungen werden gleichgewichtig verrechnet: Erstens die Zahl der Follower, zweitens die Zahl der Retweets und Likes, drittens die Zahl von Likes und Retweets im Verhältnis zur Tweet- und Followerzahl, formell: (Summe Retweets und Likes) / (Anzahl Tweets ohne Antworten + Wurzel aus Zahl der Follower). Das vierte Kriterium bringt viele Punkte, wenn ein Ökonom oft von anderen Ökonomen wahrgenommen wird. Jedes Kriterium brachte bis zu 25 Verrechnungspunkte – die volle Punktzahl für den jeweils Führenden, 0 Punkte für den jeweils Letztplatzierten, für alle anderen proportional dazwischen. So waren bis zu 100 Verrechnungspunkte erreichbar.

          Die Wissenschaft

          Hier zählt die Zahl der Zitate aus den vergangenen Jahren. Diesen Index hat der Fachverlag Elsevier aus seiner Forschungsdatenbank Scopus berechnet. Scopus ist die größte Zitat- und Abstractdatenbank der Welt mit mehr als 1,7 Milliarden ZItaten, erfasst werden mehr als 190.000 Bücher und mehr als 23.000 Zeitschriften, darunter viele europäische. Ökonomen, die oft Beiträge in Büchern oder in Zeitschriften ohne unabhängige Gutachter veröffentlichen, stehen in dieser Rangliste allerdings nicht weit oben. Für dieses Ranking berücksichtigten wir Zitate, die in den Jahren 2016 bis 2020 veröffentlicht wurden, auf dem Datenstand von Mitte August – egal, aus welchem Jahr die zitierte Publikation stammt. So messen wir den Einfluss in aktueller Zeit. Scopus hat zwar noch einige Lücken, wenn die zitierten Artikel 50 Jahre alt oder älter sind, die weitaus meisten Zitate erfolgen aber innerhalb von zehn Jahren nach Veröffentlichung.

          Die Gesamtwertung

          In die Gesamtwertung aufgenommen wurde, wer in Öffentlichkeit und Forschung Spuren hinterlassen hat. In der Forschung waren mindestens fünf Zitate nötig, in der Öffentlichkeit mindestens fünf Medienzitate oder mindestens fünf Nennungspunkte in Politik-Umfrage. Das Ranking haben wir konzentriert auf Ökonomen, die an Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten. Nach diesen Kriterien haben wir in diesem Jahr rund 250 Ökonomen in die Gesamtwertung aufgenommen.

          Dann wurden die Säulen verrechnet. Dafür haben wir ein Punktesystem verwendet: In jeder Säule bekam der stärkste Ökonom die volle Punktzahl, alle anderen bekamen ihre Punkte proportional dazu. Die Wissenschafts-Punkte und die Social-Media-Punkte wurden für Deutschland, Österreich und die Schweiz gleich verteilt. Wie im vergangenen Jahr haben sich einige Ökonomen zwar mit mehr als fünf Forschungszitaten fürs Gesamtranking qualifiziert, erreichen trotzdem aber gerundet null Wissenschaftspunkte. In der Zusammenrechnung brachte die Wissenschaft bis zu 500 Punkte, Medien 250 Punkte, Politik 200 und Social Media 50. Das bedeutet: Ein Ökonom konnte höchstens 1000 Punkte erreichen, was bedeuten würde, dass er der einflussreichste Ökonom in allen vier Säulen war.

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