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F.A.Z. exklusiv : „Mister Arbeitsmarkt“ arbeitet jetzt für eine Fondsgesellschaft

  • Aktualisiert am

Frank-Jürgen Weise arbeitet jetzt für eine Finanzgesellschaft. Bild: dpa

Eigentlich hatte sich Frank-Jürgen Weise als oberster Leiter der deutschen Arbeitsagenturen schon in den Ruhestand verabschiedet. Doch jetzt steigt er innerhalb kurzer Zeit in einen Klub illustrer früherer Manager und Funktionäre auf.

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          Gerade erst hat sich Frank-Jürgen Weise als oberster Leiter der deutschen Arbeitsagenturen in den Ruhestand verabschiedet – da ist er schon eine neue Aufgabe angegangen: als Partner in einer jungen Fondsgesellschaft, die innerhalb kurzer Zeit zu einem Klub illustrer früherer Manager und Funktionäre geworden ist. Weise arbeitet nun bei Rantum Capital, dem Frankfurter Mittelstandsfinanzier, den der frühere Morgan-Stanley-Deutschlandchef Dirk Notheis im Jahr 2013 mitgründete. Entsprechende Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe / ab 20 Uhr im epaper) bestätigte Rantum auf Anfrage.

          Seit März sei Weise dabei, um seine Expertise und sein Kontaktnetz in der Logistikbranche wie auch in der HR-Branche (Human Resources, Personalwirtschaft) einzubringen. Weise wirkt demnach als Berater und hilft unter anderem bei der Analyse von Unternehmen (Due Diligence). Er ist auch an Rantum Capital beteiligt.

          In 13 Jahren viel Lob aus der Politik bekommen

          Weise war Ende März als Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit in den Ruhestand verabschiedet worden. Er hatte Deutschlands größte Behörde 13 Jahre lang geleitet und in der Bilanz seiner Amtszeit viel Lob aus der Politik bekommen. Weniger bekannt ist sein Vorleben als Industriemanager: Unter anderem gründete er 1997 das Logistikunternehmen Microlog Logistics, das er später an den Neuen Markt der Börse brachte – was ihn finanziell unabhängig machte.


           
          Weise berät außerdem das Innenministerium als Flüchtlingsbeauftragter und ist Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung. Jetzt kommt das Mandat als „Industriepartner“ für Logistik und Personalwirtschaft bei Rantum dazu. Rantum vergibt nachrangige Kredite an Unternehmen und betreut mit der Partnergesellschaft Cedarlake Capital auch einen Private-Equity-Fonds, der Eigenkapital investiert. Notheis hatte sich mit der Rantum-Gründung in der deutschen Finanzwirtschaft zurückgemeldet, nachdem er im Jahr zuvor Morgan Stanley infolge der ENBW-Affäre verlassen hatte.

          Eine Reihe früherer Vorstände sind als Industriepartner dabei: etwa Joachim Hunold, der frühere Chef von Air Berlin, als Fachmann für Touristik (und auch Logistik, wo sich jetzt Weise mit tummelt); der ehemalige Voith-Chef und BDI-Präsident Michael Rogowski für Maschinenbau; der ehemalige Metro-Chef Hans-Joachim Körber für Handel und Konsumgüter; und der frühere Staatssekretär und Steag-Chef Alfred Tacke. Auch der frühere Merck-Leiter Karl-Ludwig Kley hat sich inzwischen dazugesellt, als Fachmann für die Medizinbranche.

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