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F.A.Z. exklusiv : Ista wird zum teuersten Private-Equity-Deal in Deutschland

  • Aktualisiert am

Lukratives Geschäft: Heizungsableser im Einsatz. Bild: dpa

Heizungs- und Stromableser – damit macht Ista sein Geschäft. Jetzt wird der Verkauf des Wohnkostenabrechners zur teuersten Private-Equity-Transaktion in Deutschland jemals.

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          Der Verkauf des Wohnkostenabrechners Ista wird zur teuersten Private-Equity-Transaktion in Deutschland jemals. Wie sich aus neuen Dokumenten der Börse in Hongkong ergibt, haben beide Seiten einen Unternehmenswert von knapp 5,8 Milliarden Euro vereinbart, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

          Das übertrifft die Übernahme des Pharmakonzerns Stada, der nach momentanem Stand mit etwa 5,2 Milliarden Euro einschließlich Schulden bewertet wird. Ista und sein bisheriger Eigentümer, der Finanzinvestor CVC, lehnten einen Kommentar ab.

          CVC hatte Ende Juli mitgeteilt, Ista zu verkaufen. Neuer Eigner wird ein Konsortium um die Holding CKI. In einem Dokument, in dem CKI diese Woche die Hongkonger Börse über das Übernahmevehikel für Ista informierte, nennt die Gesellschaft zum einen den Kaufpreis für die Ista-Anteile, der wegen bestimmter Anpassungen um 226 Millionen Euro über dem ursprünglich vorgesehenen Wert liege: bei nun 3,93 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Nettoverbindlichkeiten, laut den Unterlagen Ende Juni mehr als 1,84 Milliarden Euro. Beides addiert sich zum genannten Unternehmenswert – tatsächlich erwähnt CKI an anderer Stelle eine Summe, nämlich 5,776 Milliarden Euro, was den Angaben zufolge das 14,6-Fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) der jüngsten zwölf Monate ist. Istas Halbjahresbericht gibt die Nettoschulden mit mehr als 2,5 Milliarden Euro an. Insider verweisen aber darauf, dass der Wert Kredite der Anteilseigner einschließe, für den Deal aber nur die Bankschulden, Anleihen und Pensionsverpflichtungen entscheidend seien.

          Bisher war Stada-Übernahme teuerste Transaktion

          Bisher ist die Übernahme des M-Dax-Konzerns Stada als teuerste Transaktion von Private Equity in Deutschland zu sehen: Bain und Cinven bieten rund 4,1 Milliarden Euro für alle Anteile. Dazu kommen Nettoverbindlichkeiten von gut 1,1 Milliarden Euro. Bain und Cinven haben nach offiziellen Angaben zunächst nur zwei Drittel der Aktien eingesammelt. Hedgefonds könnten für weitere Anteile einen höheren Preis herausschlagen.

          Der Datendienstleister Dealogic misst der Transaktion zum jetzigen Stand 3,8 Milliarden Euro Wert bei. Nach einer in Dollar gerechneten Rangliste, welche Thomson Reuters im Februar erstellte, war bis dato Kion das teuerste von Finanzinvestoren übernommene deutsche Unternehmen: mit 5,1 Milliarden Dollar 2006.

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