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F.A.Z. exklusiv : Deutschland kommt gegen Laster-Lawine nicht an

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Alles voll: Auf vielen deutschen Rastplätzen finden Lastwagen kaum noch Platz. Bild: Dirk Kruell/laif

An Deutschlands Autobahnen fehlen tausende Parkplätze für Lastwagen. Die Raststätten sind total überfordert. Und in Zukunft wird alles noch schlimmer.

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          Deutschland kommt mit dem Bau von Parkplätzen für Lastwagen nicht hinterher – der anschwellende Verkehr überfordert Autobahnen und Raststätten. Trotz tausender neuer Parkplätze in den vergangenen Jahren werden nach Recherchen der F.A.Z. mittelfristig eher mehr Stellplätze fehlen als vor vier Jahren. Das errechnet sich aus den Zahlen, die das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage preisgibt.

          Demnach fehlen auf Basis der aktuell prognostizierten Zahlen Ende 2025 etwa 13.000 Plätze für Laster an den Fernstraßen – verglichen mit 11.000 im Jahr 2013. „Rein rechnerisch“ sei das korrekt, bestätigt das Ministerium, wobei es betont, dass im kommenden Jahr eine Bestandsaufnahme anstehe, verbunden mit neuen Prognosen.

          Die Bundesregierung hatte versprochen, in der laufenden Legislaturperiode 6000 neue Parkplätze zu bauen. Dieses Ziel werde erreicht, teilt das Verkehrsministerium in Berlin jetzt mit. Damit stünden zum Ende dieses Jahres bundesweit rund 49.000 Laster-Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

          Der Güterverkehr wird in Zukunft noch steigen

          Spediteure begrüßen zwar ausdrücklich die Anstrengungen, wie ihr Interessenverband, der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), sagt. „Der BGL weist allerdings darauf hin, dass diese Zielvorgabe bereits zum damaligen Zeitpunkt hinter dem tatsächlichen Bedarf zurückblieb“, sagt sein stellvertretender Hauptgeschäftsführer Adolf Zobel.

          Die Zahlen aus Berlin bestätigen das. „Der prognostizierte Parkbedarf aus der Steigerung des Güterverkehrs beträgt bis zum Jahr 2025 rund 8000 zusätzliche Lkw-Parkstände“, schreibt das Verkehrsministerium. So errechnet sich folgende Lücke: jene 11.000 fehlende Plätze im Jahr 2013 minus die 6000 Plätze, die in dieser Legislaturperiode neu gebaut worden sind oder noch gebaut werden. Ergibt 5000, wenn man, wie das Ministerium bestätigt, annimmt, dass aufgrund steigenden Güterverkehrs nicht schon in den zwischenzeitlichen vier Jahren neue Plätze benötigt werden. Plus die bis zum Jahr 2025 nötigen 8000 zusätzlichen Parkplätze. Ergibt die Lücke von 13.000.

          Das Ministerium will diese Zahl nicht selbst nennen, bestätigt aber die Kalkulation auf Anfrage. Anfang 2018 sollen aber Behörden turnusgemäß den Bestand erheben und die Prognosen aktualisieren.

          „Wir kommen mit dem Bau neuer Parkplätze nicht hinterher“, bestätigt die Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Sachsen. Der internationale Interessenverband Tapa, in dem sich Hunderte Produzenten aus der Industrie, Spediteure und Versicherer gegen Kriminalität zusammengeschlossen haben, begrüßt die neuen Parkplätze. Er sähe nur gerne mehr gesicherte Plätze – wobei er, was die Kosten angeht, nicht den Steuerzahler in der Pflicht sieht. „Das ist die Verantwortung der Industrie, nicht der Politik.“ Er wünscht sich aber mehr steuerliche Erleichterungen für die Unternehmen.

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