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F.A.Z. exklusiv : Bamf schafft dieses Jahr nur 700.000 Asylanträge

  • Aktualisiert am

Frank-Jürgen Weise im Juli in der Bundespressekonferenz in Berlin Bild: dpa

Eigentlich wollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2016 mehr als eine Million Asylanträge entscheiden. Tatsächlich werden es deutlich weniger, sagt Behördenleiter Weise der F.A.Z. und nennt die Gründe.

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          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird sein Ziel deutlich verfehlen, in diesem Jahr eine Million Asylanträge zu entscheiden. "Es werden wohl höchstens 700.000 werden", sagte der Behördenleiter Frank-Jürgen Weise der F.A.Z.

          Ein Grund für die Verspätung sei, dass der Personalaufbau beim Bamf langsamer vorangegangen sei als geplant. Dennoch zeigte sich Weise optimistisch, was die Bewältigung der Flüchtlingsaufgabe angeht: "Wir schaffen das - in dieser Dimension", sagte er dem Blatt. Nach einer Million Flüchtlingen in vergangenen Jahr geht der Bamf-Chef in diesem Jahr von rund 300.000 aus.

          Weise, der Ende des Jahres seinen Posten planmäßig für Jutta Cordt räumen wird, warnte aber angesichts der sinkenden Zugangszahlen vor falschen Schlüssen. "Wir dürfen die Personalkapazitäten nicht zu stark herunterfahren", sagte er.

          Prozesse deutlich beschleunigt

          Sollten die Zahlen wieder steigen, müsse man schnell  reagieren können.  "Wir brauchen eine Personalreserve von 20 bis 30 Prozent", sagte Weise. Im kommenden Jahr laufen die ersten von rund 2000 befristeten Arbeitsverträgen von Bamf-Mitarbeitern aus. Derzeit hat die Flüchtlingsbehörde rund 8000 Mitarbeiter.

          Laut Weise habe man die Prozesse in den vergangenen Monaten deutlich  beschleunigt. Für Neuankömmlinge dauere es heute  im Durchschnitt 1,3 Monate vom ersten Kontakt mit Bamf-Arbeitern bis zur Entscheidung über den Asylantrag. Positiv beurteilte Weise die Möglichkeit der Wohnsitzzuweisung  für anerkannte Flüchtlinge, die durch das Integrationsgesetz möglich geworden ist.

          Bislang war die Auflage nur möglich während des Asylverfahrens. "Ich halte das zumindest in der ersten Phase für sinnvoll", sagte Weise, um eine Überlastung der größeren Städte zu vermeiden. Sobald eine feste Arbeit gefunden wurde, sollte die Zuweisung jedoch aufgehoben werden, sagte Weise, der auch Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit ist.

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